Anschuldigungen bestritten

Drei Wochen pausiert die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Paderborn bei ihrem Verfahren gegen Mike Rico Trentzsch.

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Der Angeklagte, der wegen des gescheiterten Baus des Windparks Wittenweiler vor Gericht steht, hat am vorläufig letzten Verhandlungstag noch einmal das Wort ergriffen und diverse Anschuldigungen weit von sich gewiesen.

Wie berichtet, geht es in dem Verfahren nicht nur um einen Schaden vermutlich in Millionenhöhe, den der 43-Jährige aus Lippstadt Anlegern verursacht hat, die in den Windpark in Blaufelden investieren wollten - auch soll Trentzsch Aufträge für die Infrastruktur des Windparks von 850 000 Euro bei einer Firma aus der Nähe von Karlsruhe in Auftrag gegeben, deren Ausführung aber nicht bezahlt haben.

Die Strafkammer hatte deutlich gemacht, dass sie den Zeugenaussagen Glauben schenke. Jetzt hat Trentzsch seine eigene Version noch einmal bekräftigt, wonach er nie verbindliche Aufträge an die Firma Seewind erteilt habe.

Für ihn sei es unverständlich, betonte der Angeklagte, dass die Staatsanwaltschaft die Widersprüche in der Darstellung des Unternehmers nicht erkenne. Er selbst, so Trentzsch, habe einen Baustopp an Wegen, Kranstellflächen und Fundamentgruben verfügt, weil der sogenannte Baufreigabeschein der Gemeinde Blaufelden nicht vorgelegen habe, aber die Firma Seewind habe sich daran nicht hinreichend gehalten. "Er hat gegen meine schriftlichen Anweisungen ununterbrochen auf eigene Faust verstoßen und damit das Kapital meiner Firma und der Anleger gefährdet", sagte Trentzsch über den Walzbachtaler Unternehmer, der "wild drauflos gewurstelt" habe.

Er hingegen sei damals im Sommer 2010 zu kulant gewesen, richtig durchzugreifen und die Arbeiten abzubrechen. Der Unternehmer, der bereits ausgesagt hat, bezieht sich wiederum auf einen E-Mail-Verkehr und mündliche Absprachen, wonach er sich zweifelsfrei mit den Gewerken beauftragt gesehen und in Abstimmung mit dem Angeklagten gehandelt habe.

Über eine vorherige Darstellung des Angeklagten, er und seine Familie hätten selbst erheblich in das Windpark-Projekt investiert, gab die Staatsanwaltschaft eine Erklärung ab. Nach von ihr gesichteten Unterlagen waren auf dem Konto von Trentzschs Kapitalverwaltungs-Gesellschaft 2010 insgesamt 33 000 Euro von seinen Eltern eingegangen - als Zahlungen und Aufstockungen für Genussrechte am Windpark. Wie Oberstaatsanwalt Ralf Günther schilderte, habe Trentzsch jedoch noch am Tag des Eingangs den Betrag als Gesellschafterdarlehn auf ein anderes, privates Konto abgezogen und davon sowohl 14 000 Euro Kontokorrentkredit abgedeckt als auch 19 000 Euro als Ablösesumme für ein Auto bezahlt.

"Der Angeklagte hat selbst nichts einbezahlt, wie er es uns zu Anfang erzählt hat", betonte Günther, "aber er hat Einzahlungen seiner Eltern, auch für seine Söhne, veruntreut." Der Prozess wird Anfang Mai fortgesetzt und ist zunächst bis 23. Mai terminiert.

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