Angst vor Stilllegung geht um

Die Tauberbahn muss vorerst noch mit wenigen Fahrgästen über die Hohenloher Ebene zuckeln. Ein Konzept, das sie stärken soll, bleibt in der Schublade. Der Kreistag will noch einmal darüber beraten.

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Die Diskussion über die Tauberbahn im Kreistag drehte sich letztlich um die Frage: Was wäre, wenn? Bei einem Punkt sind sich alle einig: Die Tauberbahn, eine Nebenbahnlinie von Crailsheim nach Wertheim, soll gestärkt werden, damit diese Strecke nicht stillgelegt werden muss. Dafür gibt es ein Konzept zur Neuordnung des Bus- und Bahnverkehrs, das seit 2010 fertig in der Schublade liegt. Es fehlt nur noch ein Beschluss des Kreistags.

Doch jetzt macht die Verwaltung einen Rückzieher. "Die Neukonzeption des Nahverkehrs im nördlichen Landkreis wird wegen der Schulreform und der noch nicht absehbaren Veränderungen der Landesförderung für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Raum zurückgestellt", heißt es in der Sitzungsvorlage.

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen hat die Kreisverwaltung nachgerechnet und festgestellt, dass auf den Kreis höhere Kosten zukommen als gedacht. Denn es werden mehr Ausgleichszahlungen für weniger lukrative Buslinien fällig.

Zum zweiten ist noch unklar, wie sich die Reformen im Schulwesen auf die Schülerbeförderung, die der Landkreis finanzieren muss, auswirken wird. Der Schülerverkehr ist das Rückgrat des Nahverkehrs auf dem Land. Zu allem Übel sinken auch noch die Schülerzahlen, und das schon seit 2007. Schließlich kündigt die Landesregierung an, die Finanzierung des ÖPNV zu reformieren.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine grün geführte Landesregierung anfängt, im Schienenverkehr zu streichen", beschwichtigte Kreisrat Hans-Joachim Feuchter (Grüne/ÖDP). Allerdings müsse die Regierung auch sparen. Feuchter hatte zuvor beantragt, das Konzept nun endlich umzusetzen. Er wurde von der SPD unterstützt. Rudi Fischer (SPD) befürchtete, der Kreis lasse die Tauberbahn letztlich hängen. "Wenn eine Strecke einmal stillgelegt ist, kostet es ein vielfaches an Geld, um wieder auf den Stand von vorher zu kommen", mahnte auch der Freien-Kreisrat und Schrozberger Bürgermeister Klemens Izsak.

Doch Siegfried Gröner (Freie), Bürgermeister von Rot am See, schreckten die Kosten: "Da sind einfach Risiken drin." Man müsse sich das Konzept noch einmal genau anschauen, weil die Grundlagen sich komplett geändert hätten.

Nun soll erneut im Verwaltungs- und Finanzausschuss beraten werden. Ob das Konzept noch dieses Jahr umgesetzt wird, bleibt fraglich.

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