Amtsärztin: Hitze hilft gegen Legionellen

Die Legionellen-Gefahr in Haushalten mit Niedrigtemperatur-Heizkesseln verunsichert die Hauseigentümer im Landkreis. Das Gesundheitsamt hat bislang 260 Grenzwertüberschreitungen im Kreis erfasst.

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Im Schwäbisch Haller Gesundheitsamt steht das Telefon dieser Tage kaum mehr still. "Wir beraten fortdauernd", beschreibt Amtsleiterin Dr. Renate Lorenz-Lauermann derzeit die Hauptaufgabe ihrer Behörde. Medienberichte über das vermehrte Auftreten von Legionellen in Heizkesseln und Wasserleitungen von Wohngebäuden hätten viele Eigentümer im Kreis verunsichert. Die nun festgestellten Werte seien erstaunlich hoch. Im Kreis seien bislang 260 Fälle gemeldet worden, in denen bei Untersuchungen Legionellen in einer Konzentration von mehr als 100 koloniebildenden Einheiten pro 100 Millilitern Trinkwasser festgestellt wurden. Gefährlich würden sie nur in warmem Wasser, erklärt die Amtsärztin. Im schlimmsten Fall könnten Sie Lungenentzündungen hervorrufen. Kaltes Leitungswasser sei unbedenklich, ebenso solches aus Heizkesseln, die das Wasser auf über 60 Grad erhitzen.

Die 2011 umgesetzte Änderung der Trinkwasserverordnung hat das Legionellen-Problem ans Tageslicht befördert. Seither sind Grenzwertüberschreitungen in Mietobjekten meldepflichtig. Legionellenkolonien, die sich als Mikrofilm in Leitungen festsetzen, treten vor allem dort auf, wo moderne energiesparende Anlagen das Leitungswasser nicht erhitzen, sondern nur erwärmen. Ob alle Fälle ordnungsgemäß gemeldet werden, könne das Gesundheitsamt aber kaum kontrollieren. Wie viele Legionellen-Fälle es im Kreis tatsächlich gibt, bleibt daher unklar. Im Ernstfall empfiehlt Lorenz-Lauermann, die Dusche zu meiden und eine Fachfirma zurate zu ziehen. Grundsätzlich gelte: "Hitze ist das beste Mittel."

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