Am Eisbach gibts Ärger

Seinem Ärger machte ein Sulzbacher in der jüngsten Ratssitzung Luft: Ihm stinkts, dass im Geäst der Bäume am Eisbach "Hinterlassenschaften" seiner Mitmenschen hängen bleiben.

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Direkt am Anwesen eines Sulzbacher Bürgers fließt der Eisbach vorbei - und bringt auch viel Unrat mit sich - konkret: Toilettenpapier, Damenbinden und ähnliches, erklärte der Mann während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Besuch könne er deshalb nicht mehr auf seinen Balkon bitten, redete er sich in Rage. So lange "da nichts gemacht wird", werde er keine Abwassergebühr mehr bezahlen und notfalls die "Zeitung mit den vier großen Buchstaben" verständigen.

Bürgermeister Markus Bock reagierte wörtlich "angefressen": Im Oktober erst, so erklärte er verärgert, habe er sich mit dem Anwohner zusammengesetzt. Man habe miteinander über das Problem gesprochen, und er habe damals auch deutlich gemacht, dass man bereits plane, dem Missstand abzuhelfen - dass dies aber eben dauern werde. Schließlich koste die Maßnahme rund 40 000 Euro, die man im Haushalt nicht so eben übrig habe. Geplant sei jedoch, dies 2015 in den Haushalt aufzunehmen - wie er dem Bürger auch erklärt habe. Nach der Sommerpause, so habe er es bereits mit dem Leiter des Verbandsbauamts, Manfred Sonner, besprochen, werde dieser einen Planentwurf vorlegen.

Seine Ursache hat das Problem in einem Kanalbauwerk, das vor 30 Jahren gebaut wurde, um zu verhindern, dass bei einem Hochwasser Fäkalien aus der Kanalisation in die Häuser geschwemmt werden: In einem solchen Fall gelangen sie über einen Notauslass direkt in den Bach und bleiben dann eben auch im Geäst hängen.

"Das ist nicht schön", räumte Bürgermeister Bock ein, bat den Anwohner aber auch um Geduld, bis das Kanalbauwerk ersetzt ist. Heute würde eine "Schwimmschwelle" eingebaut, die entsprechende Feststoffe zurück hält. "Das geht aber nicht von heute auf morgen", so Bock. Man brauche zum einen eine wasserrechtliche Genehmigung, und ein solches Verfahren koste Zeit. Zudem müsse zuvor die Situation im Kanal vor und nach der Schwelle untersucht und eventuell gleich mit saniert werden: "Das wird ein Riesenbauwerk werden." Markus Bock rechnet mit einer Fertigstellung nicht vor Herbst nächsten Jahres.

Auch beim zweiten Kritikpunkt des Bürgers musste Bock ihn auf kommenden Winter vertrösten: "Die sind da auch nicht erst seit Oktober gewachsen", erklärte er auf den Vorwurf, im Bach stünden dicke Bäume, an denen sich bei einem möglichen Hochwasser Geäst stauen könnte. "Wir können nicht einfach so in den Bach rein und rausschneiden, da haben wir ruckzuck eine Anzeige am Hals", weiß der Schultes aus Erfahrung. Auch hier gebe es bestimmte Regeln und Zeiten, die man einhalten müsse: "Was Sie wann genau machen, müssen Sie sich erst genehmigen lassen - sonst riskieren Sie ein Bußgeld."

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