Altgediente Feuerwehrler erinnern sich an den Schlossbrand

Auch nach 50 Jahren sind die Erinnerungen an diese von haushohen Flammen erhellte und bitterkalte Nacht in Langenburg nicht verblasst.

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Die Feuerwehr-Veteranen Gottlob Rühling und Rolf Oettinger aus Gerabronn, Robert Porzelt aus Langenburg, Gerhard Steinbrenner aus Bächlingen sowie Rolf Weidner und Horst Rzehak als Pensionäre der Stuttgarter Berufsfeuerwehr schilderten bei Interviews mit Gerhard Pfeiffer aus Langenburg (er war selbst bei dem Einsatz dabei) dramatische und kuriose Szenen.

Wer nicht zu den Augen- oder Zeitzeugen zählte, erhielt beim Gedenkgottesdienst in der Kirche und später im Innenhof des Schlosses imposante Eindrücke und Informationen bei einer Präsentation von Bildern und Daten, die Manfred Mühlenstedt und Nicole Maier zusammengestellt hatten.

"Wir waren mit unseren Kräften fast schon am Ende, als wir das Schloss erreichten", wie sich Robert Porzelt an den Horror vor 50 Jahren erinnert. Kein Wunder: Die Langenburger Floriansjünger verfügten nur über einen Handwagen mit Schläuchen, den sie durch Eis und Schnee heranschleppen mussten.

"Seltsam ruhig", so Rolf Oettinger, sei es in Langenburg gewesen, als die Gerabronner Löschtruppe durch das Städtchen fuhr - übrigens mit einem funkelnagelneuen Fahrzeug. Nur wenige Stunden, bevor ein winziger Funke im Kamin die Katastrophe in Langenburg auslöste, klopften Feuerwehrler beim Skat im Gerabronner Gasthaus "Bären" noch Witze darüber, dass man in dieser Nacht doch mal eine Scheune anstecken und die Qualitäten des neuen Fahrzeugs testen könnte. . .

Während ihre hohenlohischen Kameraden schon längst mit dem Mut der Verzweiflung einen zu diesem Zeitpunkt schier aussichtslosen Kampf gegen Feuer und Frost führten, herrschte in der Stuttgarter Feuerwache nach dem Alarm nur eine gewisse Verwunderung über die späte Nachtstunde und das weit entfernte Ziel des Einsatzes. "Wir vermuteten alle, dass es sich bei diesem Einsatz im fernen Hohenlohe nur um eine Übung handeln kann", wie Horst Rzehak erzählte: "Erst als wir dann die Nesselbacher Steige erreicht hatten und gegenüber das brennende Schloss sahen, wussten wir, dass es voller Ernst war."

Daran hatten die Floriansjünger aus Crailsheim nicht den geringsten Zweifel - vor allem Eberhard Horlacher nicht: Der Sohn des damaligen Kommandanten saß quasi an der Quelle, als der Alarm über Telefon einging. Als junger Spund mit 19 Jahren gelang es ihm, zusammen mit Manfred Scheurer, gerade noch rechtzeitig, die Flammen von einer Brandschutzmauer im Nordflügel abzuhalten. Auch die Crailsheimer kehrten alle wohlbehalten zurück - mit einer Ausnahme: Bei der Anfahrt lockerten sich die Schneeketten und zertrümmerten die Kotflügel des Löschfahrzeugs.

Prinz Andreas zu Hohenlohe-Langenburg (74), der jüngere Bruder des damaligen Fürsten Kraft, erfuhr in München per Telefon von der Katastrophe: "Mein Bruder war total mitgenommen - aber wenigstens hat unser drei Jahre zuvor gestorbener Vater Gottfried dieses verheerende Feuer nicht mehr erleben müssen."

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