Leidenschaft durch privates Motorradmuseum ausgelebt

In Stimpfach gibt es ein privates Motorradmuseum. Karl Walter macht seine Sammelleidenschaft für alle zugänglich – und plant eine Erweiterung.

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Stellen in Stimpfach einen beeindruckenden Zweiradfuhrpark aus: Uwe Rommel (links) und Karl Walter.  Foto: 

Jeder kennt sie, diese Sachen, von denen man sich einfach nicht trennen möchte. Nicht weil man sie noch gebrauchen kann, sondern weil man etwas oder jemanden mit ihnen verbindet: Erinnerungen (seien es nun gute oder schlechte), Menschen oder Orte.

Bei Karl Walter aus Stimpfach ist das nicht anders, er sammelt schon seit vielen Jahren solche Dinge. „Für manche Außenstehende mag das schon ein bisschen seltsam wirken, aber letztlich freuen sich die meisten, die hierherkommen“, sagt Walter. Vor einigen Jahren hat der 65-Jährige sein Elternhaus in Stimpfach geerbt, seitdem verwandelt er Stall und Heuboden mehr und mehr in ein kleines Museum – das „Café Rad Museum“. Es gibt ihm Raum für seine Sammelleidenschaft, die er nur zu gerne mit Besuchern teilt. Auch in seiner alten Heimat Ellenberg hatte er schon eine kleines Museum unterhalten.

„Vieles, was man hier sehen kann, findet man nur selten – einfach, weil es weggeworfen wurde“, sagt er und deutet auf alte Schlittschuhe. „Das sind nur die Kufen. In die hat man seine Straßenschuhe oder Stiefel eingespannt und ging damit aufs Eis.“ Auch das Werkzeug seiner Vorfahren (Vater und Großvater waren Metzger) hat er aufgehoben: „Für mich ist das ein Teil der Geschichte, auch der meinigen.“

Maschinen aus anderen Zeiten

Stolz ist Karl Walter auf seinen Motorradfuhrpark. „Während alle anderen mit 18 einen Autoführerschein hatten, hab ich den Motorradschein gemacht. Das ist bis heute mein liebster fahrbarer Untersatz“, sagt Walter: „Ich hab’ einige schöne Stücke wie eine 750er Honda K7 oder eine 500er Honda Gold.“ Allerdings gibt es zwei Maschinen von Kawasaki, die er wirklich gern ausfährt. „Die Kawasaki 1500 liegt einfach brillant auf der Straße.“ Die zweite Maschine ist das krasse Gegenteil: „Eine Kawasaki 900 Z1, wegen ihrer Geschwindigkeit und instabilen Fahrweise auch als Frankensteins Tochter bekannt. Der Vierzylinder beschleunigt die Maschine in unter vier Sekunden auf 100 Sachen.“ Zudem finden sich im Museum auch Maschinen und Erinnerungen aus der DDR und aus Osteuropa. Dazu gehören einige Mopeds von Simson und Jawa. Uwe Rommel aus Berlin hat sie zur Sammlung beigesteuert.

Momentan arbeitet Karl Walter an einer Erweiterung des Museums mit alten Nähmaschinen und Haushaltsgeräten. Das Museum ist jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet.

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