Alles dreht sich um Euter

Landwirte, Preisrichter und Händler füllten gestern die Arena in Ilshofen bei der Zuchtschau der Rinderunion. Dazu gab es eine veritable Königin und nicht zuletzt jede Menge wunderschöne Kühe.

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Von der Schauseite (von hinten) präsentieren sich in diesem Fall die Züchter dem Fotografen. Die Wichtigsten bei dieser Zuchtviehschau in der Arena Ilshofen waren aber gestern ohnehin eher die Rindviecher. Und die standen richtig. Foto: Ute Schäfer

Ganz oben im Ring der Arena lehnt sich Jos Heemskerk ans Geländer und schaut auf den Reigen der Kühe, der da unten vorbeizieht. Heemskerk, der Name verrät es schon, ist Holländer (und gelernter Tulpenbauer) und vertreibt mit der Firma Agribox so wichtige Utensilien wie Handschuhe zum Melken. "Vor ein paar Jahren haben uns alle ausgelacht. Jetzt verkaufen wir Millionen", sagt Heemskerk. Die Handschuhe sind nämlich so glatt, dass Bakterien nicht darauf haften. So kann sie der Landwirt beim Melken auch nicht von Euter zu Euter tragen. Überhaupt die Euter: Um deren "Aufhängung", deren "Sitz" und "Beaderung" dreht sich unten im Ring alles. Eben formieren sich Kühe zu einer Reihe, immer die Schauseite zum Publikum - und die ist bei der Kuh halt hinten.

Dies ist nun die große Stunde von Veronika Hecht, amtierende Braunviehkönigin, zuständig für die Sieger-Rosetten und -bänder. Elegant stöckelt sie durch das tiefe (und tiefgrün gefärbte) Sägemehl und waltet ihres Amtes.

Veronika Hecht stammt aus einem Braunviehbetrieb in Mittelbuch im Landkreis Biberach und hat die Nacht im Hotel verbracht - klar, ihro Majestät kommt standesgemäß unter. Viel lieber allerdings hätte sie die Nacht mit ihrem Bruder und den anderen Jungzüchtern verbracht - Veronika Hecht ist nämlich die Vorsitzende der Braunvieh-Jungzüchter von Baden-Württemberg (und in ihrem nicht-landwirtschaftlichen Leben Materialprüferin bei der Firma Handtmann in Biberach).

"Ihre" Jungzüchter jedenfalls verbrachten die Nacht vor der großen Schau im Stall bei den Kühen - oder besser gesagt hinter den Kühen, denn sie sind dafür zuständig, dass sich die Tiere, die am Vorabend ordentlich geschrubbt wurden, nicht wieder schmutzig machen. Die Nächte seien immer lustig, sagt Veronika Hecht, und zum Schlafen komme man vor einer Schau ohnedies nicht: "Die Schau in Ilshofen ist immer ein großes Erlebnis."

Deshalb freut sie sich auch schon auf die Schau in zwei Jahren. Dann ist sie "nur" noch normale Landwirtstochter und darf die Kühe wieder selber durch den Ring führen.

Nun schaut Veronika Hecht auf die Uhr. Bald kommen die älteren Kühe, eine davon stammt auch von ihrem Hof. "Ich bin schon ein bisschen nervös. Ich hoffe, sie schneidet gut ab", sagt sie.

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