Alle Fäden in der Hand Senta Stein gründet in Kirchberg eine Marionettenbühne

Senta Stein lässt die Puppen tanzen: Die Märchen-Aufführungen ihrer Marionettenbühne im Kirchberger Schloss bringen vor allem Kinderaugen zum Leuchten, bezaubern aber auch Erwachsene.

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Mit ihren Seiden-Marionetten entführt Senta Stein im Kirchberger Schloss die Besucher in ein bezauberndes Märchenland. Foto: Hartmut Volk

Seit ihrem Kunststudium an der Freien Stuttgarter Akademie ist die Kirchbergerin fasziniert vom Spiel mit den Puppen, deren Leben buchstäblich am seidenen Faden hängt. Mit dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 konnte sich die Kunstpädagogin einen Traum erfüllen: Im Kirchberger Schloss hat sie nun eine feste Bühne mit allem, was zu einem richtigen Theater dazugehört.

Senta Stein inszeniert seitdem alljährlich vier Stücke mit jeweils sechs Aufführungen im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter zum Kirchberger Weihnachtsmarkt.

Den Stoff für die Handlung geben immer Geschichten aus dem Schatz der europäischen Volksmärchen vor. Bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder hat die dreifache Mutter den pädagogischen Wert des Märchenerzählens schätzen gelernt: "Da steckt unheimlich viel Weisheit drin", sagt die Künstlerin, die auch einige Märchenbücher illustriert hat. Märchen sind für sie "Bilder ein nichtmateriellen Realität, die sich nicht eins zu eins übersetzen lassen". Die von oben an unsichtbaren Fäden geführten Marionettenfiguren bringen diesen metaphysischen Aspekt durch ihr Schweben zwischen Himmel und Erde ideal zum Ausdruck, sagt die 69-Jährige.

Ihre Puppen hat Senta Stein allesamt selber hergestellt, vorzugsweise aus Naturmaterialien wie Wolle und Seide. Bei der Gestaltung achtet sie besonders darauf, dass die Figuren nicht allzu fertig aussehen. Die Gesichter ihrer Bühnenakteure sind oft nur angedeutet, eine perfekte Ausarbeitung lehnt die Künstlerin eher ab: "Wenn ich einen Mund lachend mache, kann er nie weinen", sagt sie. Es kommt ihr vielmehr darauf an, die Stimmungen durch die entsprechende Haltung und Bewegung der Puppen zum Ausdruck zu bringen.

Auch bei der Gestaltung der Bühnenkulisse setzt Senta Stein eher auf schlicht. "Mir ist wichtig, mit wenig Aufwand viel zu erreichen." Das Offene und Einfache soll die Fantasiekräfte ihren kleinen Zuschauer anregen und damit einen bewussten Gegenpol zu den immer perfekter inszenierten virtuellen Welten setzen, die die digitalen Medien darstellen.

Info An den drei kommenden Wochenenden führt die Marionettenbühne im Schloss das Grimmsche Märchen "Jungfrau Maleen" auf. Die Aufführungen finden am 8./ 9., 15./16. und 22./23. Juni statt, samstags jeweils um 16 Uhr, sonntags um 14 und 15.30 Uhr.

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