Aktuelles Betreuungsangebot passt

Eine offene Ganztagsschule lehnen die meisten Vellberger Eltern für die Grundschule ab. Sie bevorzugen das aktuelle, flexible Betreuungsangebot.

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Rektor Markus Feldmann schaut Schülerinnen während des Unterrichts an der Vellberger Hauptschule über die Schulter.  Foto: 

Die grün-rote Landesregierung will den Ausbau der Ganztagsschulen auch an den Grundschulen vorantreiben. Damit eine Gemeinde einen Antrag für diese Schulform stellen kann, reichen 25 Eltern, die für das nächste Schuljahr die Ganztagsbetreuung wählen wollen. Vellberg wäre bereit gewesen, diesen Antrag zu stellen. Bis zum 25. September hatten aber nur zwölf Eltern ihr Interesse bekundet.

Der Knackpunkt sei für die meisten Eltern gewesen, dass sie ihr Kind auch bei der offenen Form der Ganztagsschule für das ganze Schuljahr und die komplette Woche anmelden müssen, sofern sie die Ganztagsbetreuung möchten, meinte Bürgermeisterin Ute Zoll.

Dagegen sei das jetzige Betreuungsangebot sehr flexibel. Berufstätige haben die Wahl, ob sie ihr Kind bis 12 Uhr, bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr betreut haben wollen, sie können einzelne Wochentage wählen und müssen sich nur für ein Halbjahr festlegen. "Hier in Vellberg gibt es noch die Großelterngeneration, die gern mal die Enkel zu sich nimmt. Außerdem wollen die Eltern die Kinder aufwachsen sehen", sagt Elternvertreter Markus Wedde. Da sei das bisherige Betreuungskonzept passend. Vellberg hebe sich mit diesem Angebot von anderen Gemeinden im Umkreis ab, hat er festgestellt.

In den Augen der Elternbeiratsvorsitzenden Katrin Heinritz war es unglücklich, dass das Thema Ganztagsschule nicht zuerst den Eltern vorgestellt und deren Stimmungslage abgewartet wurde. Es stand vorher in der Schulkonferenz und im Gemeinderat (am 31. Juli) auf der Tagesordnung. Bürgermeisterin Ute Zoll hatte darauf gedrängt, weil die verkürzte Antragsfrist zum 1. Oktober 2014 erst im Juli bekannt wurde. "Wir sind davon ausgegangen, dass wir den Antrag erst nächstes Frühjahr stellen müssen und waren dann sehr überrascht, dass das Regierungspräsidium im Juli die Frist auf Oktober vorgelegt hat", so Zoll. Die Eltern sollten sich also ein Jahr im Voraus entscheiden, ob sie ab September 2015 ihr Kind ganztägig betreut haben wollen. "Das hätte ich an ihrer Stelle auch nicht gekonnt", räumt Zoll ein. Enttäuscht sei sie nicht über die Entscheidung der Eltern. "Wir waren total offen. Es war klar, dass wir das anbieten, was die Mehrheit der Eltern wünscht", so Zoll.

"Wie Eltern ihre Berufstätigkeit planen, können sie nicht innerhalb von ein paar Tagen und ein Jahr im Voraus entscheiden", stellt auch Heinritz fest. Von Rektoren anderer Grundschulen habe sie gehört, dass diese das Thema Ganztagsschule wegen des knappen Zeitraums bis zur Antragsabgabe nicht für das Schuljahr 2015/16 anvisiert haben. Mit dem jetzigen Angebot seien viele Eltern zufrieden, auch wenn sie dafür zahlen müssten, so ihr Eindruck. Die Kosten würden gegenüber den Gebühren für die Kindergartenbetreuung nicht ins Gewicht fallen, habe sie von Eltern gehört.

Gut kam der Elternabend am 18. September an, wenn auch wenige Eltern teilnahmen. Eingeladen waren die Eltern aller Erst-, Zweit- und Drittklässler sowie der Vorschulkinder. Schulleiter Markus Feldmann und Konrektorin Ruth Meier-Miethling haben sie umfassend über Vor- und Nachteile der Ganztagsschule informiert. Was einige Eltern befremdlich und wenig demokratisch fanden, war, dass nur 25 Befürworter zu einem Antrag auf Ganztagsschule geführt hätten.

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