Aktionstag am Limes führt zu Spuren, die nicht sichtbar sind

Auf einen Wachturm klettern, die Spuren Roms im Ort suchen oder Mulsum, einen Gewürzwein, probieren. Beim Aktionstag am Limes erklärten die Limes-Ciceronen römische Alltagsgeschichte.

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Der Mainhardter Limes Cicerone (Limes-Führer) Werner Benz zeigt Besuchern des Aktionstags die Reste der römischen Grenzanlage im Wald bei Gailsbach. Mehr Fotos in der Bildergalerie auf www.hallertagblatt.de Foto: Kurt Hinz

Dass im Mainhardter Wald vor rund 1800 Jahren Römer gelebt haben, ist weithin bekannt. Doch wie haben sie gelebt, sich gekleidet und was haben sie gegessen? Diese und weitere Fragen durften Besucher beim Aktionstag "Am Limes grenzenlos" am Sonntag stellen. Auch in Mainhardt und Gailsbach wurde die römische Geschichte erlebbar gemacht. Im Römermuseum erklärte Limes-Cicerone Torsten Pasler, dass der größte Teil des Unesco-Welterbes eigentlich gar nicht sichtbar ist. So befinde sich ein Teil der Kastellmauerreste unter dem alten Mainhardter Sportplatz, weiß Pasler.

Marcus Gavius Apicus hinterlässt seine Kochrezepte

Es sind nicht wenige Spuren, die in Mainhardt auf die römische Vergangenheit hinweisen, doch man muss sie suchen. Deshalb führte Pasler durch den Ort, um Roms Reste zu zeigen. So seien außer Mauerresten des Kastells bei der Schule auf einer Wiese in der Nähe zur Bundesstraße 14 noch Anzeichen des ursprünglichen Grabens der Wehranlage zu erkennen. Höhepunkt im Museum ist die virtuelle Limeswelt. Die 3D-Animation zeigt den Verlauf des Limes oder den Alltag eines Soldaten auf einem Wachturm.

Im Verlauf des etwa 550 Kilometer langen Limes gab es rund 900 solcher Wachtürme, die jeweils mit acht Soldaten besetzt waren. Ein originalgetreuer gemauerter Nachbau ist bei Grab zu sehen. Ein hölzerner Nachbau steht auch im Mainhardter Teilort Gailsbach. Dort erwartete Cicerone Werner Benz die Besucher, die teilweise aus dem Raum Stuttgart und Heilbronn angereist waren, und erklärte den Alltag auf und am Turm. Unweit davon sind im Wald besonders gut die Reste von Wall und Graben zu erkennen. Warum der 80 Kilometer lange Abschnitt zwischen Welzheim und Walldürn so gerade angelegt wurde, sei unbekannt, erklärte Benz. Bekannt sei dagegen, wie die Römer es geschafft haben, dass die Linie nur drei Meter zur Seite hin abweicht: Sie hatten ein Landvermessungsgerät namens Groma benutzt.

Claudia Greiner, Archäologin aus Weinstadt im Remstal, präsentierte am Turm ihr römisches Kochbuch, das auf einem antiken Werk aus dem ersten Jahrhundert des römischen Feinschmeckers Marcus Gavius Apicus basiert. Die Besucher durften den Legionärsteller oder die Cäsarplatte und den Gewürzwein Mulsum probieren.

Die Mainhardter Gemeindebücherei bot eine Ausstellung mit Büchern über Rom sowie römische Spiele für Kinder. Ein Pendelbus entlang des Limes brachte die Besucher von einem Veranstaltungsort zum anderen.

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