Abwasser kostet weniger

Die Höhe der Abwassergebühren in Untermünkheim steht nun fest. Der Gemeinderat hat die gesplittete Abwassergebühr beschlossen. Die meisten Bürger werden zunächst weniger bezahlen müssen.

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Das Schmelz- und Regenwasser, das von den öffentlichen Straßen in die Kanalisation fließt, belastet auch die Kläranlage. Deshalb müssen Gemeinden auch diese Flächen berechnen und dafür Abwassergebühren bezahlen. Das Bild zeigt eine Straße im Siedlungsgebiet Auäcker I. Archivfoto: Oliver Färber

Mit der Umstellung auf die gesplittete Abwassergebühr werden die Bürger in Untermünkheim entlastet: Die Gemeinde wird die Mehreinnahmen, die in den Vorjahren beim Abwasser erwirtschaftet worden sind, mit den Kosten in den Jahren 2012 bis 2014 verrechnen. Zum Verständnis: Eine Gemeinde muss kostendeckende Gebühren erheben - sie darf weder Gewinn noch Verlust machen. Insgesamt hat Untermünkheim zwischen den Jahren 2007 und 2011 294000 Euro zu viel eingenommen.

Bisher bezahlten die Untermünkheimer 4,10 Euro pro Kubikmeter. Die Gebühr beträgt rückwirkend für 2012 nun 2,83 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser (ohne die Verrechnung mit den Gewinnen müssten die Bürger 3,11 Euro pro Kubikmeter bezahlen) und 0,19 Euro pro Quadratmeter Niederschlagswasser. Im Gemeindevergleich im Kreis liegen die Gebühren in Untermünkheim damit im unteren Bereich, so die Verwaltung.

Sind die Überträge aus den Vorjahren abgevespert, dürfte 2015 wieder eine Erhöhung anstehen, sagte Bürgermeister Christoph Maschke auf Nachfrage von Gemeinderat Thomas Unfried.

Bereits 2014 steht die nächste Kalkulation an, um die Gebühr anzupassen. Untermünkheim hatte die höheren Gebühren berechnet, weil zwischen 2010 bis 2013 Investitionen mit 3,5 Millionen Euro in die Kläranlagen getätigt wurden. Die Kläranlage Enslingen wurde umgebaut, Übrigshausen rückgebaut und Wittighausen ans System angeschlossen. Auch ohne die gesplittete Abwassergebühr wäre jetzt turnusgemäß eine Überarbeitung der Gebührensätze fällig geworden.

Der Gesetzgeber hat die gesplittete Abwassergebühr vorgegeben, damit gerechtere Gebühren in Rechnung gestellt werden. Der Grund: Oberflächenwasser von asphaltierten Flächen oder Dächern fließt in die Kanalisation und durchläuft die Kläranlage. Die Kosten für diese Anlagen werden von den Bürgern bezahlt - über die Abwassergebühr. Der Gebührenzahler finanzierte auf diese Weise auch die Kosten für das Niederschlagswasser. Jetzt werden die Kosten gesplittet erhoben: Wer große Mengen Niederschlagswasser in die Kanalisation fließen lässt, soll auch mehr bezahlen.

Für die gesplittete Abwassergebühr wurde deshalb ermittelt, wie viele Quadratmeter versiegelte Fläche jedes Haus, jede Firma, jeder Bauernhof und auch die Gemeinde (etwa über Hallendächer oder Straßen) hat. Je nach Versiegelungsgrad wird die Summe der Flächen mit einem Faktor multipliziert, der die Wasserdurchlässigkeit einrechnet. So soll belohnt werden, wenn Bauherren auf Asphalt oder Pflaster verzichten und statt dessen etwa regenwasserdurchlässige Rasengittersteine verlegen oder Regenwasser in einer Zisterne sammeln, um es als Brauchwasser im Haushalt zu verwenden.

Wie kompliziert und aufwändig die Umrechnung war, stellte Thorsten Schwing vom Planungsbüro Schwing und Dr. Neureither aus Mosbach vor. Über Luftbilder wurden die Flächen ausgewertet. Zusätzlich erhielten die Bürger Fragebögen, auf denen sie angeben mussten, welche Flächen wie versiegelt sind. Der Rücklauf der Bögen war überdurchschnittlich hoch. Die Gebührenbescheide sollen nach Ostern verschickt werden.

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