Abschied am Gymnasium Gerabronn: Der etwas andere Jahrgang

"Kühlschrank - das etwas andere Motto, der etwas andere Jahrgang". Unter diesem Leitwort haben am Gymnasium Gerabronn 63 Abiturientinnen und Abiturienten ihren Abschluss gefeiert.

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Die 63 Absolventinnen und Absolventen mit Schulleiter Jochen Uhrhan (dritte Reihe links). Privatfoto

Ob das Motto auf Oberflächlichkeit, Gefühlskälte, auf einen Hang zur Vermeidung von Reflexion hindeutet, das war die Frage des Abends. Schließlich ging es auch darum, welche Rolle Werte für diesen Jahrgang spielen.

In ihrer Jahrgangsrede bewiesen Lea Ley und Michael Däuber, Teil einer "etwas anders" denkenden Gruppe zu sein: Sie spürten der Bedeutung des Begriffs "Abitur" nach, erkannten darin die Möglichkeit, ab- und weggehen zu dürfen. Es gelte nun, so folgerten sie, loszuziehen und dabei neue Wege zu beschreiten, die nicht mehr allein von Stunden- und Lehrplänen vorgezeichnet sein sollten, sondern von bereichernden Begegnungen und prägenden Erfahrungen.

Unterkühlt war diese Rede keineswegs, vielmehr geprägt von der Freude am gemeinsam Erreichten, herzlich zudem, da allen beteiligten Personen gedankt wurde: den eigenen Familien wie auch der schulischen Familie mit den Lehrern, der Schulleitung um Jochen Uhrhan und dem Sekretariat unter Ilka Beck, dem Hausmeisterteam mit Harald Beyer und Hildegard Dinkel sowie Elke und Willi Jäger. Gemeinschaftsgeist und gegenseitige Anerkennung in einer Gesellschaft, die häufiger für ihre soziale Kälte kritisiert wird, pflegen und leben zu wollen, offen zu sein für neue Erlebnisse und Gedanken, ohne die anderen Menschen um sich herum und die gemeinsame Geschichte zu vergessen, sind sehr sympathische und gleichermaßen anspruchsvolle Ansätze für die Zukunft der Abiturientinnen und Abiturienten dieses Jahrgangs.

Den Eindruck eines emotionslosen, kalten Jahrgangs haben die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2014 auch bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern nicht erweckt: Stellvertretend für die Schüler des Gymnasiums bedankten sich die Schülersprecher Verena Leuze und Bastian Frank für das vielgestaltige Engagement des Jahrgangs und wählten dabei zum Einstieg ein Zitat Arthur Schopenhauers: "Der Mensch für sich allein vermag gar wenig und ist ein verlassener Robinson; nur in der Gemeinschaft mit den andern ist und vermag er viel." Weit mehr als zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen stärkten die Gemeinschaft und setzten sich für sie ein, bei der Organisation von Schulbällen, Sportturnieren und Faschingsfeten, bei der Planung und Durchführung von Projekttagen und vielem mehr.

Statt zwischenmenschlicher Kälte wurde ein vertrautes Miteinander auch von den Mitgliedern des Elternbeirates mit Stephanie Beck-Rzepka, Renate Köger, Thomas Müller und Jennifer Schüttler wahrgenommen, die Yara Beck, Maximilian Dautaj und Katharina Hofmann für ihr herausragendes Engagement für die Schülerschaft mit dem Sozialpreis der Elternschaft ehrten. Dass es sich um eine gute Wahl handelt, zeigte sich auch an der Reaktion der Geehrten: In ihrem Dank würdigten sie auch die Verdienste Lea Leys und Yannik Zwettlers.

Schulleiter Jochen Uhrhan griff das Bild des Kühlschranks auf: Der Kühlschrank könne sinnbildlich behandelt werden - der "Kühlschrank für die Schule als Ganzes", in dem Inhalte sortiert, ordentlich und abwechslungsreich für die Schülerinnen und Schüler bereitstünden. Im Kampf um die Inhalte des Kühlschrankes hätten sich die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs als nette, gut erzogene, friedliche, tolerante, weltoffene, intelligente, gut aussehende, durchtrainierte und feierlustige Kämpfer gezeigt. Mit dem Rat, den "Kühlschrank des Lebens" mit Sinn, Verstand und Liebe zu füllen, sich nicht in den eigenen Lebensentwurf hineinreden zu lassen und dieses Leben mit Hingabe und in guter Gesellschaft zu leben, schloss der Schulleiter seine Betrachtungen.

Preise und Stipendien

Jahrgangsbester wurde Benedikt Schurr mit einer Durchschnittsnote von 1,5. Den Scheffelpreis im Fach Deutsch bekam Yara Beck. Für besondere Leistungen im Fach Englisch wurden Fabian Schmidt, Yara Beck und Florian Weber, für besondere Leistungen in den Fächern Spanisch und Französisch erneut Yara Beck ausgezeichnet, Marvin Blind im Fach Sport. Preisträger der Gesellschaft deutscher Chemiker für den besten Chemiker im Jahrgang ist Nico Kurzay. Der Kunstpreis des Fördervereins Künstlerfamilie Sommer wurde an Patrick Schneider übergeben. Für ihre Leistungen im Fach Geschichte wurde Johanna Leibfarth mit dem Preis des Historischen Vereins Württembergisch Franken geehrt.
Der Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ging an Marcel Krumrein. Rafael Simmann, Anna-Lena Balbach, Victoria Stein, Nico Kurzay und Marcel Krumrein wurden mit Preisen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgezeichnet. Benedikt Schurr und Rafael Simmann bekommen für ihre Leistungen ein E-Fellows-Stipendium. Insgesamt gab es neun Preise und 13 Belobigungen.

PM

Die Gerabronner Abiturienten und Abiturientinnen

Über das Abitur freuen sich: Anna-Lena Balbach, Eva-Marie Balbach, Matthis Bauer, Lisa-Marie Baumann, Yara Beck, Marvin Blind, Tom-Lucas Brand, Alice Brück, Phi-Hung Dao, Michael Däuber, Maximilian Dautaj, Anna Deitigsmann, Jonathan Dörr, Jan Ehrmann, Annika Etzel, Marco Fischer, Annemarie Frese, Philipp Gackstatter, Jan Götzelmann, Maren Gruber, Jule Gundel, Mareike Harm, Alexander Heth, Janick Heuschmann, Tamara Hirsch, Daniel Hofmann, Daniel Hofmann, Katharina Hofmann, Lukas Hofmann, Sven Jörg, Fabienne Keller, Johannes Keller, Sebastian Kleider, Hendrik Klingler, Chiara Knodel, Hannes Knotz, Melanie Köger, Maurice König, Marcel Krumrein, Maren Nadine Kurz, Nico Kurzay, Johanna Leibfarth, Florian Leiser, Lea Ley, Iris Leyh, Linh Nguyen, Elisa Pehl, Miriam Pleil, Siegfried Pöschik, Fabian Schmidt, Patrick Schneider, Benedikt Schurr, Noémi Seethaler, Rafael Simmann, Victoria Stein, Julian Stier, Isabel Stoffel, Lea von Berg, Bastian Wankmüller, Deborah Wankmüller, Florian Weber, Ann-Sophie Winklmaier, Yannik Zwettler.

PM

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