Abend der Premieren

Totgesagte leben länger - so gehts auch dem Gailsbacher Musikverein. Am Wochenende haben die Mitglieder dessen 90. Geburtstag gefeiert, nachdem der Verein vor knapp drei Jahren fast vor dem Aus stand.

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  • Generationen musizieren beim Musikverein Gailsbach mit- und nebeneinander. Der Nachwuchs hat die Kapelle gerettet und zeigt beim Festakt sein Können. Fotos: Oliver Färber 1/2
    Generationen musizieren beim Musikverein Gailsbach mit- und nebeneinander. Der Nachwuchs hat die Kapelle gerettet und zeigt beim Festakt sein Können. Fotos: Oliver Färber
  • Nur wenige Hammerhiebe braucht Bürgermeister Komor beim Fassanstich. 2/2
    Nur wenige Hammerhiebe braucht Bürgermeister Komor beim Fassanstich.
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Es geht familiär zu in der hübsch dekorierten Halle am Ortsrand von Gailsbach. Viele wollen dabei sein, wenn der örtliche Musikverein seinen 90. Geburtstag feiert. Und so trifft sich das Dorf - und alle haben sich viel zu erzählen. Froh sind viele, dass sie dieses Fest überhaupt feiern können: Vor knapp drei Jahren war die Kapelle auf gerade einmal acht Mitglieder geschrumpft. Nicht das erste Mal in den neun Jahrzehnten Musik in Gailsbach, wird aus der Vereinschronik deutlich. Und auch dieses Mal rappelte sich der Verein wieder auf. Mit dem "Fliegermarsch" spielen die Musiker ihrem Verein beim Festakt das erste Geburtstagsständchen. Schnell wird klar: Dank dem jungen Musikernachwuchs dürfte die Existenz der Gruppe auf weitere Jahre gesichert sein.

Vorsitzender Siegfried Karle ist überwältigt und gerührt zugleich, als er die Gäste begrüßt: Er weiß, dass er auch eine ganze Reihe von Ehrungen an diesem Abend aussprechen darf. "Das ist immer das Allerschönste, wenn man Mitglieder ehren darf", sagt er. Bürgermeister Damian Komor verspätet sich. "Du hasch no koi Fass angstoche? Dann mächsch des heut mol, Martin", ruft Karle dem Vorsitzenden des Blasmusik-Kreisverbands, Martin Dasing, zu. Der schwingt gern den Hammer.

Dasing findet auch viele Worte des Lobes für den Verein: "Das sind 90 Jahre Einsatz für das Kulturgut Blasmusik mit hohen Höhen und so manchen Tiefen." Der Musikverein nehme mit seiner besonderen Geschichte eine herausragende Rolle unter den Mitgliedern des Blasmusik-Verbands ein. "Die Mitglieder haben immer wieder die Ärmel hochgekrempelt", so Dasing. So manches hochklassige Orchester könne daraus lernen.

Bürgermeister Komor taucht doch noch auf: Auf seiner Einladung stand, dass der Beginn um 20 Uhr - nicht um 19.30 Uhr sei. "Und als braver Beamter bin ich im Rathaus gesessen", sagt er mit einem Schmunzeln. Da das Fass schon angestochen ist, wolle er zumindest mit seiner Rede ein Fass aufmachen. "Sie sorgen dafür, dass ich in vier Jahren wieder zum Bürgermeister gewählt werde, und ich stech dann zum 100-Jährigen das Fass in Gailsbach an", schlägt er Karle vor. Schließlich habe er noch nie ein Bierfass angestochen.

Der Schultes ist voll des Lobes für den Verein. Gerade in der Kurzlebigkeit dieser Zeit sei es schön, dass die Liebe zur Musik 90 Jahre gehalten habe. "Sie sind eine tolle Truppe", sagt er und wünscht weiter viel Kraft und viel Spaß. Auch der evangelische Pfarrer Peter Kübler gratuliert. Er wünscht sich, dass der Musikverein auch bald wieder bei Gottesdiensten mitwirke.

Dass Komor ohne ein Fass anzustechen wieder nach Hause geht, das verhindern die Gäste vom Waldenburger Musikverein. "Wir haben da ein Fässle mitgebracht", meint Steffen Barkow. Auch die zweite Fassanstich-Premiere geht gut. Die Gailsbacher feiern ausgelassen das ganze Wochenende lang.

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