"Wie auf einem Schlachtfeld"

Schon 2010 hat die SPD-Landtagsfraktion die L1042 zwischen Ilshofen und Hörlebach zu einer der zehn schlechtesten Landesstraßen im Lande gekürt. Inzwischen ist der Zustand noch miserabler.

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Bloß nicht von der Straße abkommen, lautet die Devise für Autofahrer auf der Landesstraße zwischen Ilshofen und Hörlebach. Foto: Klaus Fischer

Vor drei Jahren, noch unter der schwarz-gelben Regierung, hat sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou für Baumaßnahmen auf der Landesstraße eingesetzt. Passiert ist nichts, was den Zustand der Straße verbessert hätte, obwohl die SPD inzwischen mitregiert. Ereignet haben sich aber weitere Unfälle, darunter im Herbst 2012 einer mit tödlichem Ausgang.

Der Belag ist so abgefahren und glatt, dass die Fahrt bei Nässe zu einer unkontrollierbaren Rutschpartie wird. Außerdem fehlen jegliche Fahrbahnmarkierungen in der Mitte und am Rand der Fahrbahn. Die Bankette sind weich und besonders für LKW extrem gefährlich. Da sind sich alle Experten einig.

Nach der Massenkarambolage am 19. Februar auf der A6 bei Ilshofen, bei der die Polizei den Verkehr in Richtung Wolpertshausen und Schwäbisch Hall auch über die L 1042 geleitet hat, ist die Fahrbahn fast völlig demoliert. "Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld", hat Dieter Wahl, Berufskraftfahrer aus Ilshofen, festgestellt. Durch die vielen Lastwagen habe die Straße jetzt die "richtige Breite" bekommen, meint er ironisch. Die Straßenränder seien weggebrochen. Wenn ein PKW etwas zu sehr an den Rand kommt, könne es zu Schäden am Fahrzeug kommen, befürchtet er.

Auch Klaus Fischer und weitere Bürger aus Ilshofen-Obersteinach halten die Straße für äußerst gefahren- und unfallträchtig. "Der Schwerlastverkehr infolge der Umleitung hat die schon sehr stark ramponierten Seitenränder jetzt in tiefe Gräben verdrückt, die ein zusätzliches Gefahrenpotenzial für die Autofahrer darstellen", erklärt Fischer. Er versteht nicht, warum die Polizei den Verkehr über diese Straße geleitet hat, statt ausschließlich über die gut ausgebaute L2218, die Verbindung zwischen Crailsheim und Hall. Um die Gefahrenstellen auf der ramponierten Landesstraße abzusichern, habe die Straßenmeisterei am nächsten Tag Warnbaken aufgestellt und die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert. Trotzdem sei es erst am Montag schon wieder zu einem Unfall auf der Strecke gekommen.

Fischer hofft, dass die Straße jetzt endlich ausgebaut und nicht nur grob saniert wird. "Die Leute rechnen mit einem richtigen Ausbau, weil Bürgermeister Wurmthaler mit Grundstückseignern Verhandlungen geführt hat", erklärt er. Wenn der Untergrund auch an den Rändern nicht ordentlich befestigt werde, halte die Straße wieder nicht lange, befürchtet Fischer.

Laut Auskunft von Clemens Homoth-Kuhs vom Regierungspräsidium ist definitiv kein Ausbau geplant, bei dem die Fahrbahn breiter wird. Wohl aber eine grundlegende Fahrbahnsanierung. Das beinhalte auch die Sanierung der verdrückten Fahrbahnränder und Bankette sowie der Entwässerung.

Christian Schwarz von der Ellwanger Außenstelle des Regierungspräsidiums bestätigt, dass die Bauarbeiten im Frühjahr beginnen. Einen genauen Termine kann er nicht nennen. "Bei uns steht das ganz oben auf der Prioritätenliste", sagt er. Das sei schon vor der aktuellen Verschlechterung so gewesen.

Auf Anfrage teilt Nikolaos Sakellariou mit, dass die grün-rote Regierung den Ansatz für die Sanierung von Landesstraßen trotz des Spardrucks um 50 Millionen Euro pro Jahr erhöht hat. Um die Arbeiten an der Straße zu forcieren, hat der SPD-Landtagsabgeordnete am Mittwoch erneut an Verkehrsminister Winfried Hermann geschrieben. Angesichts der "nicht mehr hinnehmbaren Zustände auf der L1042" solle er endlich handeln.

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