"Sport zieht immer noch"

"Für die Größe unserer Stadt haben wir eine optimale Betreuung der Jugendlichen", stellt die Vellberger Bürgermeisterin Ute Zoll fest. Im Gemeinderat haben die beiden Jugendarbeiter ihre Aktivitäten präsentiert.

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Bei den Aktivitäten richten sich die Vellberger Jugendarbeiter ganz nach den Wünschen der Jugendlichen. Mal wird Billard gespielt, mal Kicker. Archivfoto: Marc Weigert

"Wir sind ständig am Improvisieren", berichtet Jugendarbeiter Richard Frey im Gemeinderat. In den Jugendraum in Talheim kommen zwar insgesamt etwa 15 bis 20 Jugendliche. "Es sind aber nie alle da. Sie kommen tröpflesweise und verschwinden dann wieder, deshalb ist kein Tag wie der andere", stellt er fest. Der schlechtest besuchte Tag ist der Montag, das bestätigt auch Freys Kollegin Kathrin Rosenitsch für den Jugendraum in Großaltdorf.

Nachmittagsunterricht und viele Hausaufgaben in der Schule seien der Grund dafür. Sie überlegen deshalb, das Montagsangebot auf einen anderen Wochentag zu verlegen. Frey legt Wert auf die Feststellung, dass sie die Angebote nach den Bedürfnissen der Jugendlichen ausrichten.

"Wenn wir etwas vorbereitet haben, aber die Jugendlichen lieber ein Billardturnier machen wollen, spielen wir Billard. Das Angebot ist offen, das machen wir bewusst anders als in der Schule", erklärt er. Das Highlight sei der Freitag, wenn sie für zwei Stunden die Turnhalle nutzen können. "Letzten Freitag waren 18 Jugendliche da", freut er sich. "Sport zieht also immer noch." Leider könnten sie dieses Angebot nicht weiter ausbauen, da die Halle sonst immer belegt sei, auch die in Großaltdorf.

Beunruhigend sei für ihn, dass sich die Interessen der Jugendliche schnell ändern. "Was in und out ist, verändert sich rasend schnell, auch in der Jugendarbeit", erklärt Frey.

Der beste Tag in Großaltdorf ist der Mittwoch. Da komme immer eine Gruppe hochmotivierter Kinder und Jugendlicher mit guten Ideen, erzählt Kathrin Rosenitsch. Ein toller Erfolg sei kürzlich die Faschingsfeier gewesen.

"15 Jugendliche aus Vellberg und Großaltdorf haben zusammen gefeiert", betont sie. Das Highlight des vergangenen Jahres sei die Renovierung des Jugendraums zusammen mit den Jugendlichen gewesen. "Und natürlich das 10-jährige Jubiläum", ergänzt sie.

Ein älterer Jugendlicher habe in eigener Verantwortung und in engem Kontakt zu ihr einen Schlüssel zum Großaltdorfer Jugendraum. Das klappe gut, resümiert sie.

In diesem Jahr wollen die beiden Jugendarbeiter eine Kooperation mit der Schule starten. "Unter dem demografischen Wandel leiden die Schule und die Jugendarbeit. Da bietet es sich an, sich zusammen zu tun", meint Frey. Mit Rektor Thomas Feldmann hätten sie sich schon ausgetauscht, um Schnittpunkte zwischen Schule und Jugendarbeit zu suchen.

Ein schönes Beispiel dafür, dass sich Jugendarbeit lohnt, hatte Richard Frey für die Gemeinderäte parat: Vor acht Jahren sei ein Junge, mit dem er über die Jugendarbeit in Kontakt war, in einen Bauwagen eingebrochen. Der Jugendliche hatte ihn gebeten, ihn nicht anzuzeigen, weil er sonst sein Studium aufgeben müsste. "Jetzt habe ich aus Kiel eine Postkarte bekommen. Der junge Mann hat sein Jura-Studium beendet und sich bedankt, dass wir das damals ohne Polizei geregelt haben", erzählt er.

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