"Quo vadis Bio?" als Hauptfrage beim Langenburg-Forum

"Die Zukunft von Bio" war das Thema eines Round-Table-Gesprächs beim Langenburg-Forum, zu dem Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg gemeinsam mit Joschka Fischer ins Schloss eingeladen hatte.

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Bio-Lebensmittel und Ökolandbau seien heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen, befand Frank Sprenger vom Vorstand der Sustainable AG, der das Gespräch mit 27 führenden Experten moderierte. Man habe auf dem Biosektor mehr erreicht, als man vor 25 Jahren zu hoffen wagte, sagte Professor Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Rund 6,5 Prozent der Anbaufläche in Deutschland werden heute biologisch bewirtschaftet.

Damit kann die Nachfrage nach Bioprodukten allerdings nicht gedeckt werden: Während sich ihr Absatz in den letzten 20 Jahren verdreifacht habe, hätten sich die Anbauflächen nur verdoppelt, berichtete Dr. Alexander Beck von der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller. Für deutsche Landwirte rechnet sich der Bio-Anbau oft nicht. Viele geben auf und das Bio-Gemüse kommt zunehmend aus Übersee. Die deutschen Ökobauern seien "ökonomisch ins Hintertreffen geraten", diagnostizierte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Europaparlament, Martin Häusling. Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft flössen weniger öffentliche Gelder in die Förderung und Erforschung des Ökolandbaus.

Ob die geplante Novellierung der EU-Öko-Verordnung allerdings das geeignete Instrument ist, um die Situation der Ökobauern zu verbessern, wird nicht nur von der Langenburger Expertenrunde unisono bezweifelt. In seltener Einmütigkeit hat nach Bundesrat, Agrarministerkonferenz und Bundesregierung kürzlich auch der Bundestag dem Entwurf der EU-Kommission zur vollständigen Revision der Öko-Basisverordnung eine Absage erteilt. Statt realitätsferner Auflagen wünschen sich die Forum-Teilnehmer eine Honorierung der Umweltleistungen im Ökolandbau. Dieser wirtschafte erheblich ressourceneffizienter als der konventionelle Landbau, führte Rudolf Bühler von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft in Schwäbisch Hall aus.

Erstaunt zeigte sich der frühere Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer darüber, "wie defensiv der Ökolandbau heute aufgestellt ist". Er erinnerte an das revolutionäre Potenzial der Biopioniere, die vor 30 Jahren als "David gegen Goliath" zu Felde zogen. "Wir müssen wieder die Machtfrage stellen", empfahl er. Es sei nötig, Allianzen und Netzwerke zu bilden und an einem Strang zu ziehen.

Ideenschmiede für Entscheidungsträger der Bio-Branche

Historie Auf Schloss Langenburg treffen sich seit 2011 regelmäßig internationale Multiplikatoren und Entscheidungsträger aus der Bio-Branche mit lokalen und regionalen Vorreitern zum Meinungsaustausch. Grundgedanke der ersten Veranstaltung vor drei Jahren war es, die bisherige Entwicklung der Bio-Branche zu beleuchten, ihre Herausforderungen zu analysieren und ein internationales Netzwerk aufzubauen, um der Branche zu weiterem Wachstum zu verhelfen. Diese ersten Gespräche bildeten die Grundlage für das Langenburg-Forum 2013, auf dem internationale Experten über nachhaltige regionale Agrar- und Lebensmittelsysteme diskutierten. Zum Forum lud Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg mit der Beraterfirma "Joschka Fischer & Company" ein.

HV

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