"Ned scho widder" heißt das neue Stück des Waldtanner Volkstheaters

"Ned scho widder", stöhnen derzeit die Schauspieler des Waldtanner Volkstheaters inbrünstig. Aber nicht etwa, weil die diesjährige Theatersaison begonnen hat. Nein, das Stück heißt heuer so.

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Die Premiere ist vorbei, der begeisterte Schlussapplaus verebbt. "Als eben alle auf der Bühne gestanden sind, hat es mich schon gejuckt", sagt Martin Brenner. Denn erstmals stand er nicht selbst dort oben und verbeugte sich. "Aber das Stück hatte nicht genügend Rollen", sagt Brenner. Deshalb habe er sich entschlossen, "nur" Regie zu führen.

Anders Gertrud Knauer: Die hat es mehr als zehn Jahre lang gejuckt. Denn so lang ist es her, dass sie die Schauspielerei an den Nagel gehängt hat. Endgültig? Nein! Einmal Schauspielerin, immer Schauspielerin - und als es in diesem Jahr die Rolle der pfiffigen Altbäuerin Oma Else zu besetzen galt, kam die Waldtannerin wieder auf die Bühne zurück. Zum Glück, möchte man sagen, denn ihr Schmunzeln, ihre Blicke und Gesten tragen viel zum Volkstheater-Vergnügen bei. Und so verbeugte sich die Waldtannerin zum Schlussapplaus, grinste verschmitzt und wurde zu Recht bejubelt.

Männergesangsverein singt im Kunstschnee

Das Waldtanner Volkstheater ist vor über 20 Jahren aus dem Gesang- und Sportverein hervorgegangen, und nicht zuletzt deshalb beginnt ein Theaterabend in Waldtann immer mit einem kleinen Auftritt des Gesangvereins. "Das ist bei uns einfach Tradition", sagt Brenner. Die rund 15 Männer sangen sehr schön gefühlvoll "Weit, weit weg" (Hubert von Goisern) und "Feliz Navidad", also "fröhliche Weihnachten". Ein Weihnachtslied? Im Zuschauerraum kam leichte Verwunderung auf. "Wollten die nichts Neues einstudieren?", fragte sich das Publikum. Mitnichten! Denn als sich der Vorhang lüftete, rieselte Kunstschnee auf die Bühne.

Das Stück beginnt mit Weihnachten und endet auch damit. Was dazwischen passiert, soll nicht verraten werden. Nur so viel noch: Viele Male müssen die Schauspieler in die Winterklamotten schlüpfen (dabei sind neben Gertrud Knauer Volker Mack, Ingrid Stegmaier, Verena Sturm, Hermann Schmidt, Markus Häffner, Thomas Zott und Karl Seibold). Immer wieder müssen sie ihre Mützen, Handschuhe und Schals ausziehen. Ob es nun Winter ist oder nicht.

Bastion für die heimische Mundart

Das hatte viel Situationskomik, und so verging ein vergnüglicher Abend - mit wunderschönen Mundart-Ausdrücken. Doch genau das ist auch die Schwierigkeit, sagt Martin Brenner, der das Stück ins Hohenlohische übertragen hat. "Es ist immer schwerer, junge Leute zu finden, die noch hohenlohisch sprechen können", hat Brenner beobachtet, und so sieht er das Volkstheater durchaus auch als Bastion für die heimische Mundart.

So langsam gehen die Zuschauer nach Hause, viele verabschieden sich persönlich von Martin Brenner. "Es war wieder toll", sagen sie mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen. Mit anderen Worten: Die Premiere ist gut über die Bühne gegangen, die nächsten Wochen heißt es jetzt 17-mal "Ned scho widder". Alle Aufführungen sind ausverkauft. Selbst auf der Warteliste gibt es keine Plätze mehr. Spätentschlossene haben also kaum noch Chancen, an Karten zu kommen. Aber zum Glück gilt in Waldtann eines: Nach der Saison ist vor der Saison, und so wird es auch im kommenden Jahr heißen: "Vorhang auf fürs Waldtanner Volkstheater".

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