"Lernort Bauernhof": Abenteuer erleben auf dem Schmieg-Hof in Musdorf

Wie schmeckt frische Kuhmilch und wie sieht eigentlich Gerste aus? Auf dem Hof von Gerd Schmieg gibt es viel zu entdecken. Die Klasse 2a der Gemeinschaftsschule Rot am See hat sich ins Abenteuer gestürzt.

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  • Melken will gelernt sein: Unter der Anleitung von Ruth Schmieg versucht die achtjährige Viktoria Unbehauen aus Lenkerstetten, ein paar Tropfen frische Kuhmilch zu gewinnen. Fotos: Kerstin Schellhorn 1/2
    Melken will gelernt sein: Unter der Anleitung von Ruth Schmieg versucht die achtjährige Viktoria Unbehauen aus Lenkerstetten, ein paar Tropfen frische Kuhmilch zu gewinnen. Fotos: Kerstin Schellhorn
  • Der Ferkelstall war der Höhepunkt auf dem Schmieg-Hof in Rot am See. 2/2
    Der Ferkelstall war der Höhepunkt auf dem Schmieg-Hof in Rot am See.
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"Scheiße passiert." Ein kluger Satz, wenn nicht sogar eine Lebensweisheit, die man nirgendwo auf unbeschwertere Weise erfahren kann als bei den Schmiegs in Rot am See-Musdorf. Die Klasse 2a der Gemeinschaftsschule ist zu Gast und wird von Gerd Schmiegs Mutter Ruth über den Hof geführt. Eine Schülerin passt einmal kurz nicht auf und schon steckt sie drin - in der Scheiße. Ein paar ihrer Klassenkameraden verziehen die Nase, doch die meisten lachen. Ruth Schmieg schnappt sich den Schuh, spült ihn mit Wasser ab - Problem gelöst.

"Ich will den Kindern auch ein bisschen die Angst nehmen", sagt sie. Berührungsängste von Kindern, die immer mehr Zeit vor dem Computer oder dem Smartphone zu Hause verbringen und noch nie ein Schwein gefüttert haben oder mal in einen Kuhfladen getreten sind.

Seit diesem Jahr beteiligt sich Ruth Schmieg am Projekt "Lernort Bauernhof Baden-Württemberg". Es ist auf die Initiative der Landjugend Württemberg-Hohenzollern hin entstanden und soll ein pädagogisches Netzwerk zwischen Schulen und landwirtschaftlichen Betrieben aufbauen. Mit Schwiegertochter Martina hat Ruth Schmieg Seminare an der Akademie in Kupferzell besucht, um zu lernen, wie man den Schülern das eigene Wissen am besten vermittelt und wie man dabei für ihre Sicherheit sorgt.

Saubere Ferkel

"Komm jetzt, Max, wir gehen zu den Ferkeln", ruft Elisabeth Neubauer, die die 2a im Fach Mensch, Natur und Kultur - kurz MNK - unterrichtet. "Aber die stinken", antwortet der achtjährige Max Brauer. Seine Lehrerin erwidert: "Das stimmt doch gar nicht, die Ferkel sind ganz sauber."

Im Stall angekommen, ist die Begeisterung der Schüler groß: Die Mutterschweine liegen nebeneinander auf der Seite, während sich eine Horde neugeborener rosa Winzlinge um die Zitzen streitet. Schwer zu sagen, wer aufgeregter hin- und herrennt: die Schüler oder die Ferkel. Futter in die Tröge füllen, Ferkel halten und streicheln, Fragen stellen - es gibt für die zehn Mädchen und vier Jungen viel zu tun. "Warum ist die Sau so dreckig?" "Was machen die Ferkel in der Box mit dem Licht?" Ruth Schmieg kommt mit den Antworten kaum hinterher. Auch Max Brauer gefällt es im Stall, und er muss zugeben, dass die Ferkel "nur ein kleines bisschen stinken".

Nach gut zwei Stunden ist der Vormittag auf dem Bauernhof vorbei. "Eigentlich wollten die Kinder noch frisch gemolkene Kuhmilch probieren, aber die Zeit war jetzt einfach zu knapp", sagt Schmieg. Sie arbeitet gern mit den Schülern und es macht ihr Freude zu erklären, dass man nicht unbedingt in den Supermarkt laufen muss, um frisches Obst und Gemüse zu bekommen, sondern es auch selbst anbauen kann.

Kinder wissen wenig über Natur

"Man muss schon sagen, dass die Kinder wenig über die Natur wissen", stellt Ruth Schmieg fest, "aber sie fragen viel, auch über den Tod." Immer wieder kommt es vor, dass ein Schüler wissen will, ob sie auch ein totes Schwein hat oder warum ein neugeborenes Ferkel gestorben ist. Als erfahrene Bäuerin erklärt sie dann, dass sie versucht, den Ferkeln zu helfen, es aber nicht immer in der Hand hat, ob sie weiterleben dürfen oder nicht.

Projekt "Lernort Bauernhof"
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