"Kirche im Abendlicht" erinnert an Hildegard von Bingen

Am 7. Oktober 2012 erhob Papst Benedikt XVI. die heilige Hildegard zur Kirchenlehrerin. Das Team von "Kirche im Abendlicht" in Sulzbach hat sich jetzt mit dieser faszinierenden Frau beschäftigt.

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  • Der Kirchenchor Sulzbach unter seiner neuen Dirigentin Magdalene Grimmig überraschte mit gregorianischen Klängen. 1/2
    Der Kirchenchor Sulzbach unter seiner neuen Dirigentin Magdalene Grimmig überraschte mit gregorianischen Klängen.
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    In den Spielszenen trat Andrea Zauner als Hildegard von Bingen auf. Fotos: au
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Zu Beginn des Gottesdienstes in der Sulzbacher Kirche wurde Hildegards "Herzwein" verkostet: Petersilienwein, der bei Herzschwäche für Stärkung sorgen soll, wie die wohl bekannteste Äbtissin aller Zeiten über dessen Heilkraft urteilte. In kleinen Spielszenen, Dialogen und Bildern blickte das Team der Kirche im Abendlicht auf das Leben und Wirken der Hildegard von Bingen (1098-1179) zurück, die in ihrem dritten Lebensjahr ein so großes Licht sah, dass ihre Seele erzitterte. Von ihren Visionen kann sie anderen nur schwer erzählen, fühlt sich unverstanden und erlebt sich als Außenseiterin.

Hildegard war das zehnte Kind ihrer Eltern und nach alter Tradition gehörte das zehnte Gott. Mit acht Jahren kommt sie in das Benediktiner-Kloster Disibodenberg und findet in Äbtissin Jutta von Sponheim eine Lehrerin und Freundin. Nach deren Tod wird Hildegard ihre Nachfolgerin und schreibt über zehn Jahre hinweg ihr vielleicht wichtigstes Buch "Wisse die Wege des Herrn", das 35 kunstvoll gemalte Bilder enthält. Teile dieses Werkes las Papst Eugen III auf einer Synode in Trier den Bischöfen vor und erkannte ihre Prophetengabe offiziell an. Schon damals ist sie in ganz Europa bekannt. In einem Nonnengewand spielte Andrea Zauner vom Abendlicht-Team die Rolle einer demütigen Hildegard.

1150 gründet Hildegard ein neues und eigenständiges Kloster auf dem Rupertsberg oberhalb von Bingen und beginnt mit ihren naturkundlichen Werken. Sie gründet ein zweites Kloster in Eibingen auf der gegenüberliegenden Rheinseite und geht trotz Krankheit immer wieder auf Predigtreisen. Im Alter von 73 Jahren führt ihr Weg sie bis zu den Klöstern Maulbronn und Hirsau. Außerdem schreibt sie weitere Bücher über ihre Visionen, über Naturkunde und Medizin. Sie führt umfangreiche Briefwechsel mit Kaisern und Päpsten und sieht sich dabei als Sprachrohr des göttlichen Lichtes, von Gott beauftragt, die Mächtigen zu ermahnen und an ihre Verantwortung zu appellieren.

Hildegard von Bingen dichtete und komponierte auch zahlreiche Lieder. Unter der Leitung von Magdalene Grimmig sang der Kirchenchor Sulzbach einen gregorianischen Choral. Es war ein Klangerlebnis der besonderen Art, als die beeindruckenden Stimmen der Männer und Frauen im Wechsel wie in einem Kloster durch die Sulzbacher Michaelskirche hallten. Für die weitere musikalische Umrahmung sorgten Verena Köger (Gesang) und Martin Knödler am Piano.

Nach einer respektablen Gehorsamsverweigerung gegenüber dem Bischof von Mainz starb Hildegard von Bingen im damals hoch betagten Alter von 81 Jahren und hinterließ der Welt viel Wissen und Visionen. Ihr Grundgedanke: "Alles im Kosmos hängt mit allem zusammen. Alles beeinflusst sich gegenseitig. Alles ist füreinander da, nichts ist ohne das andere denkbar" hat immer noch Bestand.

Zur Stärkung gab es eine Gebäckprobe mit frischem Kräuteraufstrich. Am Ausgang erhielten die Besucher der Kirche im Abendlicht zudem ein Heft mit Rezepten der Heiligen Hildegard.

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