"Häis 'n' däisd vom Mee" bringt die Schmalfeldener Halle in "frängische" Wallung

Wenn in den folgenden Zeilen ab und zu die Buchstaben K und G oder P und B verwechselt werden, so ist das keine Absicht - aber unvermeidlich. Denn zu berichten ist über ein sehr "frängisches" Ereignis: Den Auftritt von "Häisd 'n' däisd vom Mee" in der Ernst-Sachs-Liederhalle in Schmalfelden.

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Die "Schweinepolka" kam bei Schweinezüchtern aus der Landwehr besonders gut an.  Foto: 

Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich eine sechsköpfige Truppe hochkarätiger Musiker, allesamt Franken, und eben "hüben und drüben vom Main" zu Hause. Das bedeutet nämlich das Motto ins Hochdeutsche übersetzt. Für die Hohenloher, genug um die Halle an ihre Grenzen zu bringen, war der unterfränkische Titel und seine Aussprache übrigens spätestens dann kein Problem mehr, nachdem die Musiker mit klingendem Spiel eingezogen waren. Ab dem Moment verstanden sich die Unterfranken und die Hohenloher prächtig - zweieinhalb Stunden lang.

Es ist das Verdienst der Organisatoren, dem Publikum einen überaus unterhaltsamen, fröhlichen und eben "frängischen" Abend beschert zu haben. Der Maschinen- und Betriebshilfsring Blaufelden (MBR) und der Verein landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) Blaufelden, die ehemaligen Winterschüler, pflegen schon traditionell eine fruchtbare Zusammenarbeit. Diese Kooperation beschränkt sich nicht nur auf fachliche Themen, sondern eben auch auf die Pflege der Geselligkeit. Im vorigen Jahr wurde das Experiment "Kabarett in der Landwehr" erstmals gewagt. Dieses Jahr gab es die Fortsetzung, und sie gelang. Es wurde ein Erfolg über die Erwartung hinaus.

Lothar Mühlenstedt als Hausherr (Vorsitzender des Liederkranzes) und Mitorganisator (Geschäftsführer des MBR) eröffnete den Abend. Er musste sich gefallen lassen, von seinen musikalischen Gästen nur noch als "dr Loddar" gelobt zu werden. Dann legten die Franken los.

Tuba, Posaune, Ziehharmonika, Trompete und zwei Klarinetten und jede Menge schrägen Humor hatten die Musiker dabei. Ihr Programm ließ keinen Platz für Langeweile. Im Gegenteil, die Stunden verflogen. Denn selten fanden sich herausragende Musikalität und technisches Können so eng verzahnt mit komödiantischem Talent. Die sechs spielten, sangen und alberten sich quer durch die Musikstile. Tango, Walzer, Jazz, Zwiefacher - alles war dabei, sogar ein Bravourstück auf der Posaune, von "Michl aus Friesen" genauso lakonisch wie gekonnt intoniert. Die Texte waren ironisch bis satirisch und natürlich nicht nur "frängisch" gefärbt, sondern auch landschaftsbezogen. Da sangen sie vom "Zabelstein" im Steigerwald, sie ließen das "Kodledd waggle" bei der Schweine-Polka und natürlich war - nicht nur nebenbei - der Frankenwein des Öfteren immer wieder im Glas und in der Melodie.

Es ist eine alte Musikerweisheit: Wenn das Publikum nach zwei Stunden Konzert und dem "Rausschmeißer" einfach sitzen bleibt, dann war es ein Erfolg. Georg Hahn, Vorsitzender des VLF, fand ein diplomatisches Schlusswort: Er forderte gleich die Zugabe ein. Die gab es reichlich, denn die Zuhörerschaft klatschte begeistert und anhaltend. In der Halle blieb es noch lange hell.

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