"Feuerwehr ist kein Spaßverein"

Bei den Feuerwehren sind Frauen keine Exoten mehr. Immer mehr übernehmen jetzt auch Führungsaufgaben. Eine von ihnen ist Tanja Etzel, seit Kurzem stellvertretende Kommandantin der Abteilung Langenburg.

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"Die Feuerwehr ist ein Teil meines Lebens", meint Tanja Etzel auf die Frage, ob ihr Engagement bei der Wehr ein Hobby ist. Die 29-jährige Grafik-Designerin betrachtet die Feuerwehr eher als Berufung. "Für ein Hobby ist die Feuerwehr zu zeitaufwendig, und man riskiert hier auch mehr als bei einem Hobby."

Tanja Etzel ist bei der Langenburger Feuerwehr ein richtiges Eigengewächs. Im Jahr 1995, im Alter von 13 Jahren, trat sie der soeben gegründeten Jugendfeuerwehr bei, und sie ist der Wehr bis heute treu geblieben. Dabei hatte sie gezögert, als es um den Übertritt in die aktive Wehr ging, doch Kommandant Peter Zott und Jugendfeuerwehrwart Raimund Eheim bestärkten sie. Nach dem Grundlehrgang war sie 2001 die erste Frau bei der Langenburger Wehr.

Der Ernstfall ließ noch im selben Jahr nicht lange auf sich warten: ein Wohnhausbrand in Atzenrod, bei dem es so kalt war, dass das Löschwasser gefroren ist.

Inzwischen darf sich Tanja Etzel Löschmeisterin nennen. Sie ist als Gruppenführerin im Einsatz für acht Mann verantwortlich und kann auf Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold stolz sein.

Es sei ihr nicht schwergefallen, sich in die aktive Wehr einzufinden, berichtet Tanja Etzel, und sie empfindet die Langenburger Feuerwehr auch nicht als Männerdomäne. "Für mich ist es ganz normal, bei der Feuerwehr zu sein. Ich muss die selbe Leistung bringen wie ein Mann, und das ist in Ordnung. Schließlich geht es hier nicht um einen Spaßverein." In Langenburg sei es kein Problem gewesen, dass sie sich nicht auf die Jugendarbeit oder auf die Organisation beschränkt habe, wie es vielleicht anderswo von Frauen erwartet werde, meint Tanja Etzel. Dass sie 2007 zur Gruppenführerin ernannt worden ist, ist das beste Zeichen dafür, dass Tanja Etzel in der Wehr anerkannt ist. "Man kann keine Gruppe führen, wenn einen die Mannschaft nicht akzeptiert", sagt sie. Anerkennung hat sie auch im Januar erfahren, als sie von der 24-köpfigen Abteilung Langenburg zur stellvertretenden Kommandantin gewählt wurde. Auf diesem Posten erwarten sie allerdings nicht viele neue Aufgaben, denn um organisatorische Angelegenheiten und um den Internetauftritt der Wehr hat sie sich schon vorher gekümmert. "An meiner Arbeit in der Abteilung wird sich durch die Wahl nicht viel ändern", meint Tanja Etzel. Sicher kommen jedoch mehr Dienstbesprechungen auf sie zu.

Außer für ihre Abteilung setzt sich Etzel auch für die 2010 gegründete Kinderfeuerwehr ein. Mit Dennis Brück und weiteren Betreuern kümmert sie sich um 26 Kinder im Alter von vier bis neun Jahren, die sich alle zwei Wochen treffen. Sieben Monate alt ist ihre eigene Tochter Mia. Sie wird in einer richtigen Feuerwehrfamilie aufwachsen, denn am kommenden Samstag wird Tanja Etzel Eberhard Krebs heiraten, den sie bei der Feuerwehr Langenburg kennengelernt hat und der seit drei Jahren deren Kommandant ist.

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