"Entwicklungen nicht verpassen" Ilshofen: Rat erörtert neue Stromtrasse

Der Silhouette der Ilshofener Ebene und des Jagsttals füllt sich zunehmend. Wo mögliche Trassen einer neuen Starkstromleitung verlaufen könnten, erfuhren die Ilshofener Gemeinderäte am Freitagabend.

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Um es kurz zu machen: Die machbarsten Varianten der neuen Starkstromleitung führen durch das Gemeindegebiet Ilshofens. Und dass die Überlandleitung in der Erde verlegt wird, ist unwahrscheinlich. "Das ist zu teuer. Und Strom soll ja billig sein", erklärte Bürgermeister Roland Wurmthaler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Der Bürgermeister hatte sich zuvor selbst bei einer öffentlichen Veranstaltung in Langenburg informiert. "Dort sind die Emotionen schon hochgegangen", berichtete Wurmthaler. "Es gab lautes Gemurmel - und das ist noch sanft ausgedrückt." In Ilshofen hingegen interessierte sich kein Zuhörer für die Gemeinderatssitzung, die die Starkstromleitung auf der Tagesordnung hatte.

Doch der Reihe nach: Weil die hiesige Gegend als Stromversorgungsgebiet ausgelegt ist, jetzt aber so viel (und immer mehr) Strom produziert, ist es zum Entsorgungsgebiet geworden. Deshalb sind die Stromnetze an die Grenzen ihrer Kapazitäten gelangt. Das liegt an den Fotovoltaikanlagen. Aber es liegt auch an den Windrädern, die allenthalben in den Himmel schießen. "Der Strom ist da und er muss weg", sagte Wurmthaler.

Der Netzbetreiber Netze BW (vormals EnBW Regional) wird deshalb eine Starkstromleitung bauen. Und zwar von einem noch nicht gebauten Umspannwerk in Rot am See-Lenkerstetten bis nach Kupferzell. Dort gibt es schon ein Umspannwerk.

Vier Trassen und Nebentrassen wurden von einem unabhängigen Planungsbüro nun einer Machbarkeitsstudie unterzogen, erklärte Wurmthaler seinen Gemeinderäten. Und die Trassen, die die wenigsten Hindernisse aufweisen, also an Naturschutzgebieten oder Siedlungen vorbeiführen, verlaufen in südlicher Richtung und berühren das Gemeindegebiet von Ilshofen. Die Trassen einer möglichen Stromleitung - bislang sind sie einen Kilometer breit - verlaufen grob gesagt von Lenkerstetten in Richtung Jagst. Überquert wird der Fluss nördlich von Leofels. Das Kabel wird dann weiter an die bestehende Überlandleitung geführt, die an Obersteinach vorbeiführt. Ihr folgt sie dann bis nach Kupferzell.

Ob sie aber tatsächlich neben der Leitung herlaufen wird - also eine zweite Überlandleitung gebaut wird - oder ob die bestehenden Masten aufgerüstet werden, steht noch nicht fest. Feinplanungen kommen erst noch. Netze BW rechnet damit, dass die Leitung erst 2020 fertig gebaut ist. Bislang stehen die Strommasten also nur auf dem Papier. "Doch jetzt wird das Raumordnungsverfahren losgetreten", sagte Wurmthaler. "Dann werden wir beteiligt. Und dann wird es ernst."

Könnte ein betroffener Grundstückseigentümer den Bau verhindern? Nein, sagte Wurmthaler. Das letzte Mittel sei hier die Enteignung.

Ob denn die Gemeinde überhaupt Einflussmöglichkeiten habe, fragten die Gemeinderäte. "Das bleibt abzuwarten", sagte Wurmthaler. "Wir werden natürlich gefragt. Aber für Einsprüche müssen wir auch Fakten haben. Wir müssen aufmerksam sein, um Entwicklungen nicht zu verschlafen."

Info Wer sich für die genaue Trassenführung und für weitere Details interessiert: Die Netze BW dokumentiert sie ausführlich im Internet: www.netze-bw.de, dort "Aktuelles und Projekte" anklicken.

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