"Eine Hütte Gottes"

Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk für den früheren Gaggstatter Pfarrer Willi Mönikheim war die Premiere des Dokumentarfilms über die Gaggstatter Jugendstilkirche von Waldemar Jauch.

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Die Jugendstilkirche habe ihn schon immer fasziniert, sagte der passionierte Hobbyfilmer, der schon viele preisgekrönte Dokumentarfilme über seine Hohenloher Heimat gedreht hat. "Aber wenn ich schon einen Film über sie mache, dann nur mit Mundartpfarrer Mönikheim", berichtete Jauch den zahlreichen Besuchern am Sonntagabend in der Kirche.

Mit seinen Mundartpredigten hat Willi Mönikheim, der von 1981 bis 2001 mit Leib und Seele Pfarrer in Gaggstatt war, das Gotteshaus weithin bekannt gemacht. Deshalb hat er nicht gezögert, als der Crailsheimer Filmemacher ihn vor zwei Jahren, als er schon längst im Ruhestand war, darum bat, im Film durch die Kirche zu führen. Denn, so Jauch: "Einer, der so schöne Geschichten erzählen kann, dem hört man gerne zu." Während der zweitägigen Dreharbeiten für den 30-Minuten-Streifen habe er von Mönikheim viel Interessantes erfahren, das nirgends zu lesen sei.

"Eine Hütte Gottes", nennt Jauch seinen neuen Film, angelehnt an den Leitspruch aus der Johannes-Offenbarung, den der Architekt Theodor Fischer 1904 für den Doppelturmbau wählte. Sein außergewöhnlicher Baustil stieß seinerzeit bei den Dorfbewohnern auf viel Ablehnung, berichtet Mönikheim vor den Kamera. In Hohenloher Mundart führt er durch seine geliebte Kirche, erläutert ihre geheimnisvolle Zahlen- und Farbensymbolik, und entschlüsselt anschaulich deren theologische Botschaft: "Wos dir Farwe, Forme zeiche, des schdellt deim Leewa naii Weiche und richt di uff en Herrgot aus, schnauf ganz beruhicht ei und aus", rezitiert der Mundartpfarrer dabei aus seinem Gedicht über das Gotteshaus.

Waldemar Jauch hat den Detailreichtum des kunsthistorischen Kleinods in stimmungsvollen Einstellungen festgehalten, wanderte mit der Kamera bis hoch hinauf in den Glockenstuhl, besuchte den Organisten Tilman Schüttler an seinem Instrument, und porträtierte den Auftritt des Hohenloher Streichquartetts - stellvertretend für die vielen Kirchenkonzerte, von denen Organisatorin Barbara Hohlfeld im Film berichtet.

Die Premiere in der Kirche schloss mit einer von Orgel und Posaunenchor begleiteten Andacht von Pfarrer Mönikheim ab. Sie bildete auch den Abschluss der Feier zu seinem 70. Geburtstag, den der heute in Bad Mergentheim lebende Pensionär zusammen mit seiner Familie in der Dorfgemeinschaft feierte, die 20 Jahre lang das Zentrum seines Wirkens bildete.

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