"Ein richtig gutes Gefühl. . ."

Lebensretter: Diesen Titel kann der Mainhardter Gerhard Galjatz (53) mit Stolz tragen. Er hat am 17. Juni ein zehnjähriges Mädchen im Finsterroter See gerettet. Das Kind war bereits mehrfach unter Wasser gegangen.

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Gerhard Galjatz gibt Rettungskurse. Das Foto zeigt ihn bei einer Übung zur Wiederbelebung. Privatfoto

Rettungsschwimmer ist Gerhard Galjatz schon lange. Bereits mit 15 Jahren trat er 1975 in Mainhardt der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) bei. Seit vielen Jahren bildet der technische Leiter der DLRG Mainhardt zudem Rettungsschwimmer aus. Jetzt hat er sein Können zum zweiten Mal lebensrettend eingesetzt.

Es war Dienstag, 17. Juni, Gerhard Galjatz war am Nachmittag zum Finsterroter See gefahren, um mit Meta Schoch, der Vorsitzenden der DLRG, den Badeaufenthalt von Schülern zu beaufsichtigen. Die vierte Klasse der Grundschule Flein verbrachte dort eine Schulfreizeit, der Klassenlehrer hatte die Mainhardter angefordert.

"Es war heiß", erinnert sich Galjatz, die Kinder hatten ihre Freude am Wasser. Galjatz saß am Ufer und beaufsichtigte den Abschnitt zwischen dem Baum, an dem die Kinder sich mit einer Liane ins Wasser schwingen, und der Insel. Plötzlich hörte er Hilferufe. Galjatz sah Mädchen von einem Tretboot aus winken, davor war ein Kind im Wasser, das offenbar nicht schwimmen konnte: Immer wieder tauchte es mit den Armen wild um sich schlagend unter. "Ich überlegte nicht lange, legte Brille und Handy ab und sprang ins Wasser. Zeit zum T-Shirt ausziehen hatte ich nicht."

Es waren 40 Meter bis zu dem Mädchen - eine lange Strecke, für die selbst der geübte Schwimmer Galjatz Minuten brauchte. "Komme ich noch rechtzeitig?" - dieser Gedanke trieb ihn zum schnellsten Kraulen an. Als er bei dem Mädchen war, war von ihr auf dem See nichts mehr zu sehen. Galjatz tauchte ab und sah in dem trüben Wasser einen Schatten. In etwa 1,5 Metern Tiefe bekam er das Mädchen zu fassen und zog es hoch. "Ich hievte sie auf das Boot. Wiederbelebungsversuche waren nicht nötig - sie hatte kein Wasser eingeatmet." Am Ufer kümmerten sich der Klassenlehrer und die beiden Rettungshelfer um das Mädchen.

Am Abend ging Gerhard Galjatz, von Beruf Lagerverwalter, zum Arbeiten, er war für die Nachtschicht eingeteilt. Das Geschehene hatte er abgehakt. Erst Tage später tröpfelte ihm die Tragweite des Ganzen ins Bewusstsein. Hat sich jetzt, gut vier Wochen danach, seine Einstellung zur DLRG verändert? Galjatz: "Das ist schon die Bestätigung, dass es gut ist, dass es eine Einrichtung wie die DLRG gibt." Und wie fühlt man sich als Lebensretter? Galjatz: "Man weiß, dass so etwas passieren kann und hofft, dass nichts passiert. Tritt der Ernstfall ein, und man dann helfen kann, ist es ein richtig gutes Gefühl."

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