"Bebenburger" nennt sich ein neuer historischer Verein in Rot am See

Die Bebenburger sind zurück in Rot am See - diesmal nicht mit Rüstung, sondern mit Satzung. Ein kürzlich neu gegründeter historischer Verein hat sich den geschichtsbewussten Namen gegeben.

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  • "Bebenburger"-Vorsitzender Horst Herzig (links) am Rohrturm mit dessen Besitzer Helmut Heberlein. Foto: Sebastian Unbehauen 1/2
    "Bebenburger"-Vorsitzender Horst Herzig (links) am Rohrturm mit dessen Besitzer Helmut Heberlein. Foto: Sebastian Unbehauen
  • Die letzten Überbleibsel der Bebenburg bei Bemberg. Privatfoto 2/2
    Die letzten Überbleibsel der Bebenburg bei Bemberg. Privatfoto
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Eines ist klar: Rot am See ist nicht Kirchberg oder Rothenburg oder Langenburg, wo beinahe jedes Gemäuer die geschichtliche Bedeutung des Orts in die Welt hinausschreit. Man muss hier schon genau hinhören. Dann aber gibt es allerlei historische Kleinode zu entdecken, die flüsternd von vergangenen Tagen erzählen. Genau diese Kleinode will der neue Verein in Erinnerung rufen, zugänglich machen, pflegen.

Am 4. März haben sich die "Bebenburger" im "Lamm" zu Rot am See gegründet, zum Vorsitzenden wurde Steinmetz Horst Herzig gewählt. Im Namen des Vereins steckt gleich das erste Projekt: Die Erinnerung an die Ritter von Bebenburg, die um das Jahr 1140 herum auf einer Anhöhe bei Bemberg ihre steinerne Heimstatt errichteten. Vermutlich im Städtekrieg 1449 wurde die Bebenburg zerstört, heute zeugt nur noch eine Ruine von ihrer Existenz. "Diese wollen wir wieder begehbar machen", sagt Herzig.

Passenderweise ließe sich heuer sogar ein kleines Jubiläum begehen: Lupold, der wohl bekannteste Abkömmling der Bebenburger, starb vor 650 Jahren. Er war zehn Jahre lang Bischof von Bamberg - und ließ 1357 bei Anhausen eine neue Marienkapelle errichten. Dort entstand ein halbes Jahrhundert später das Kloster, von dem heute nur noch eine Mauer bei Bölgental steht. Geziert wird sie von fünf Bebenburgern. Herzig kündigt an: "Wir wollen auch nach der Anhäuser Mauer gucken."

Ganz wichtig ist den Neu-Bebenburgern auch der Rohrturm zwischen Hilgartshausen und Musdorf. Einst war er eine der Zollstationen entlang der Rothenburger Landhege und eine durchaus stattliche Erscheinung. 1945 aber wurde er weitgehend zerstört - und fristet nun ein Dasein als scheinbar unscheinbare Scheune. Doch wer näher hinschaut, der entdeckt kunstvolle Wappen aus den Jahren 1663 und 1671 - und über der Tür eine schon recht stark verwitterte Inschrift, wohl aus dem Jahr 1560.

Schmuckstücke nicht kaputtgehen lassen

"Solche Sachen darf man nicht kaputtgehen lassen", findet Herzig. "Als Steinmetz wird man da ja verrückt." Die Vereinsmitglieder möchten den Rohrturm also demnächst mit einem Denkmalschutz-Experten inspizieren - und möglichst einen Plan fassen, um das arg in die Jahre gekommene Schmuckstück wieder so gut wie möglich auf Vordermann zu bringen. Besitzer Helmut Heberlein hat jedenfalls nichts dagegen.

Der Rohrturm liegt übrigens direkt an der Burgenstraße zwischen Rothenburg und Kirchberg. Da könnte, so meinen die "Bebenburger", künftig mancher Tourist gerne kurz anhalten wollen, um dem Flüstern zu lauschen.

Was der Verein will und nicht will

Zwecke des Vereins "Bebenburger" sind laut Satzung: Erfassung und Darstellung der Geschichte von Rot am See und Umgebung; Förderung und Pflege der Heimatkunde sowie der Volksbildung darüber; Erhaltung geschichtlicher Werte; Veranstaltung von Ausflügen und Führungen zu historisch interessanten Plätzen; Abhaltung von Vortragsveranstaltungen; Förderung des Brauchtums; Förderung geologischer Forschungen in Rot am See und Umgebung; Pflege historischer Bauten und Kunstwerke; Erhaltung historischer Ortsteile.

Die "Bebenburger" wollen "kein Mittelalter-Verein" sein, betont der Vorsitzende Horst Herzig. Ihr Interesse gilt allen Epochen. Auch die Erinnerung an die Hintergründe der Muswiese spielt naturgemäß eine wichtige Rolle. Demnächst soll es eine Infoveranstaltung geben, deren Termin aber noch nicht feststeht. Dort wird Herbert Schüßler referieren

 

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