Verlorenes und Wiedergefundenes

Schwäbisch Hall.  "Bilder aus dem Feuer": So heißt die Ausstellung von Gisela Hahn, die im "Wintergarten" des Hällisch-Fränkischen Museums gezeigt wird. Die Vernissage war mit rund 200 Besuchern fulminant.

Das Oeuvre der Haller Künstlerin hat an Ausdruckskraft und Tiefe noch einmal hinzugewonnen. Musikalisch sehr stimmig war das "Jazz Duo" Ulla Scheuermann, Gesang, und Dr.Günter Deynet, Gitarre. Aber es war auch ein Soroptimistisches Treffen, waren doch Gäste aus Österreich, den Niederlanden sowie die Vizepräsidentin der Deutschen Soroptimistischen Union Dr. Ursula Gornik-Skibbe angereist.

Gisela Hahns Arbeiten zeugen von zunehmender Intensität und veränderten Ausdrucksmöglichkeiten. Die Keramik-Bildhauerin, die zuerst klassische Bildhauerei und Malerei studiert hat, vollzieht in diesem Jahr einen Wandel. Für die in Reichau in Ostpreußen geborene Künstlerin ist, so Bürgermeisterin Bettina Wilhelm "die Keramik, der geeignete Stoff, mit dessen Hilfe sie ihre künstlerischen Ideen und Vorstellungen plastisch sichtbar machen kann".

In dieser Präsentation bewegt sie sich weg von den bekannten Stelen, die vom geometrischen Formenschatz leben, hin zu fest in sich komponierten Arbeiten. Sie hat Monate lang auf diese Ausstellung hingearbeitet. Museumsleiter Dr. Armin Panter freut sich, dass "Frau Hahn in dieser Ausstellung die ganze Bandbreite ihrer künstlerischen Ausdrucksmöglichkeit zeigen will".

Kunsthistorikerin Ariane Haack-Kurz sieht eine Zäsur in Hahns Werk, denn die Plastiken erzählen von Erfahrungen, Träumen, aber auch von der Endlichkeit eines jeden. Hahns Bilder aus dem Feuer sprechen "von Gemeinsamkeiten, vom Verstehen, vom Miteinander". Sie verdeutlichen "die Sehnsucht nach Gefühl und Verständnis, nach Leben". Gerade ihre Arbeit "Phönix aus der Asche" steht in ihrem Oeuvre "für Erneuerung, für Wiedergeburt, für etwas Verlorenes aber wieder Gefundenes".

Eines der Hauptstücke ist "Gefangen in der Erinnerung". Das Gesicht der Bildhauerin schaut mit geschlossenen Augen aus einer buchgleichen Komposition. Sie reflektiert ihre Kindheitserinnerungen, aber auch ihr Trauma als Kind auf der Flucht. "Psyche", eine Stele mit drei Gesichtsabdrücken der Künstlerin, spricht vom Blick in die Vergangenheit, dem Blick in das Jetzt und denkt an die Zukunft. Neu sind Hahns Wandbilder, ihre Bilder aus dem Feuer. Jede Wandplatte spricht von menschlichen Beziehungen, dem Umgang miteinander. Im Wandbild "Gemeinsamkeit" schweben filigrane Figuren leicht nebeneinander. Die Techniken des Raku und des Steinzeugs werden von Gisela Hahn ganz bewusst für die Expressivität der einzelnen Arbeiten eingesetzt.

Info Die Ausstellung im HFM läuft bis 26. September.


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Autor: DIANA LANG | 29.07.2010

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