Sprachrohr für Behinderte Ausschuss Eingliederungshilfe: Frank Silbermann neuer Vorsitzender

Obersontheim.  An der Spitze des Kreisfachausschusses Eingliederungshilfe gibt es einen Wechsel. Dieser ist zuständig für behinderte Menschen zwischen Crailsheim und Hall, sowie Angehörige und Einrichtungen

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Frank Silbermann, Leiter des Samariterstifts Obersontheim mit seinen Außenstellen in Crailsheim und Schwäbisch Hall, löst Rainer Reibold als Sprecher des Kreisfachausschusses Eingliederungshilfe ab. "Wir sprechen für die, die es selbst nicht können", sagt er.

Zur Spitze des Gremiums gehört außerdem seit Beginn des Jahres Renate Fischer, Geschäftsbereichsleiterin Behindertenhilfe des Evangelischen Diakoniewerks in Schwäbisch Hall.

Der 2006 gegründete Kreisfachausschuss repräsentiert die Interessen und Anliegen von etwa 3000 betroffenen Menschen einschließlich Angehöriger von behinderten Personen. Es ist ein Unterausschuss der "Liga der freien Wohlfahrtspflege". Dabei spielt die Gruppe der geistig und psychisch behinderten Menschen die größte Rolle. "Sie können oft aufgrund der Schwere ihrer Behinderung nicht mehr für sich selbst sprechen", sagt Frank Silbermann, "für sie wollen wir ähnlich wie ein Anwalt wirken."

In dem 25-köpfigen Kreisausschuss wird politische Interessenarbeit für die Betroffenen gemacht. Dazu gehört unter anderem der enge und kontinuierliche Kontakt mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. "Aus unserer Erfahrung heraus und aufgrund unserer täglichen Arbeit haben wir einen anderen Blickwinkel auf die Probleme behinderter Menschen und kennen deren Bedürfnisse genauer", so Frank Silbermann. Sein Ziel für das kommende Jahr, in dem er als Sprecher des Ausschusses fungiert, ist es, die Arbeit des Fachausschusses noch effektiver zu gestalten. So werde derzeit in Fachkreisen und Politik diskutiert, wie es bewerkstelligt werden kann, dass behinderte Menschen so lange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld bleiben und leben können. Bislang ist es so geregelt, dass ein psychisch kranker Mensch bis zu drei Stunden pro Woche einen Anspruch auf ambulante fachliche Unterstützung im Alltag hat. Sollte er mehr Hilfe benötigen, käme nur noch eine Heimunterbringung mit Versorgung rund um die Uhr für ihn in Frage. Silbermann findet, dass es sich lohne, über eine Möglichkeit nachzudenken, diese Zeitlücke zu überbrücken. "Es ist bekannt, dass es den behinderten Menschen gut tut, wenn sie sich im vertrauten Umfeld weiter bewegen können."

Der Kreisfachausschuss tagt drei bis vier Mal im Jahr offiziell und bringt sich in aktuelle politische Diskussionen, beispielsweise im Kreistag, ein. Das Amt des Sprechers wird jedes Jahr neu besetzt, um eine kontinuierliche Fortentwicklung der Arbeit zu gewährleisten. Die Einrichtungen, die in diesem Ausschuss repräsentiert sind, stellen im Verbreitungsgebiet etwa 1200 Arbeitsplätze, zu denen Zivildienststellen ebenso gehören, wie Teilzeit - und Vollzeitarbeitsplätze.


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09.02.2010

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