Solaranlagen bremsen Feuerwehr Module stehen auch bei Brand unter Strom - Wehren im Kreis sichern Einsatz zu
Landkreis. Wer Solaranlagen auf seinem Dach hat, muss keine Angst haben, dass die Feuerwehr im Ernstfall nicht löscht. Auch wenn das gefährlich ist: Kommt Wasser auf die Anlagen, kann es einen Stromschlag geben.
Einige Besitzer von Solaranlagen sind verängstigt. Es kursieren wilde Gerüchte: Weil die Zellen immer weiter Strom produzieren und sich nicht abstellen lassen, würden sich die Feuerwehren bei einem Brand im Gebäude mit dem Löschen zurück halten - zum Selbstschutz, um keinen Stromschlag zu erleiden, da sich Wasser und Strom ja bekanntlich nicht vertragen.
"Das ist natürlich Quatsch", sagt Tilmann Wagner, Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Crailsheim. Fakt ist: Die Wehr muss eben Sicherheitsabstände einhalten, wie sie bei Niederstomanlagen vorgeschrieben sind. "Wir haben ja früher auch schon Häuser gelöscht, wenn der Strom über Dachständer gekommen ist. In manchen Orten ist das heute noch so", nennt er ein Beispiel. Das Thema Solar sei in der Wehr mehrfach bei Ausbildungen behandelt worden. "Schließlich ist das ja bei der Vielzahl der Anlagen nicht mehr weg zu diskutieren."
Normalerweise schalten die Einsatzkräfte den Strom ab, bevor sie löschen - meist über einen Schalter im Keller. Den gibt es natürlich bei Solaranlagen auch. Aber die Leitung vom Dach bis zum Gleichrichter, der meist beim Zählerkasten angebracht ist, bleibt unter Strom, solange Licht auf die Zellen scheint. "Man kann also nur den Schalter an der Übergangsstation betätigen", so der Haller Kreisbrandmeister Jürgen Mors.
Der Industrie ist das Problem schon bekannt. "Jedes Modul einzeln abzuschalten, wäre sicher technisch irgendwie machbar, aber das würde die Preise extrem in die Höhe treiben", erklärt Timo Bauer, Produktmanager bei Würth Solar in Hall. Letzte Woche wurde allerdings eine neue Lösung präsentiert, die mit rund 500 Euro an Kosten durchaus wirtschaftlich sei: ein Feuerwehr-Schutzschalter. "Er wird zentral angebracht und unterbricht den Stromfluss gleich nach den Modulen", sagt der Fachmann. Auch mehrere Schalter im Gebäude mit der gleichen Funktion seien möglich.
Der Vorteil für die Feuerwehr: Sollte es in einem Gebäude brennen, fließt kein Strom mehr durch das Haus, weil die Leitung vom Dach in den Keller abgetrennt ist. "Es gab schon Stromschläge, weil Feuerwehrleute mit ihren Atemluftflaschen an solchen schadhaften Leitungen innerhalb des Hauses hängen geblieben sind", weiß Bauer. Würth Solar arbeitet mit der Münchner Feuerwehr zusammen, um deren Erfahrungen in Entwicklungen einfließen zu lassen.
Noch keine Lösung gibt es für folgendes Problem: Wenn es unter dem Dach brennt, kommt die Wehr nicht mehr über Drehleitern ans Feuer, weil sich das Dach nicht mehr so leicht öffnen lässt. "Dann muss man hoffen, dass man von innen noch heran kommt", meint Mors. Oder die Wehr muss mit dem Löschen von oben warten, bis das Dach durchbricht - die Solaranlagen fallen dann als Trümmer herunter. "Da ist es wichtig, den Trümmerschatten immer frei zu halten", rät er. Ansonsten sei ein Haus mit Solarzellen zu löschen, wie jedes andere auch, solange eben die Sicherheitsabstände zu Leitungen und Zellen eingehalten würden.
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Autor: OLIVER FÄRBER | 02.09.2010
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Bei Dachgeschoss-Bränden versucht die Feuerwehr den Brand auch über das Dach zu löschen. Wenn Fotovoltaikanlagen auf dem Dach montiert sind, ist dieser Zugang verwehrt. Das Bild entstand im April, bei einem Wohnhausbrand im Crailsheimer Stadtteil Roter Buck. Foto: Rupp
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