Reichts auch nach Crailsheim?

Schwäbisch Hall.  Nach dem Kongress ist vor dem Kongress: Mitveranstalter Walter Döring macht sich schon Gedanken über das nächste Treffen deutscher Weltmarktführer in Schwäbisch Hall. Wenns nach ihm geht: Schon 2012.

Mit Rampenlicht hatte der frühere Wirtschaftsminister Walter Döring noch nie Probleme. Als Mitveranstalter des 1. Kongresses der deutschen Weltmarktführer in Schwäbisch Hall stand er in der vergangenen Woche gleich tagelang im Mittelpunkt.

Eine "überwältigend positive Resonanz" auf die Veranstaltung habe er bekommen, erzählt er im HT-Gespräch und spricht vom "völlig überraschenden Erfolg" des Treffens der Wirtschaftsbosse in der Bausparkasse. Überraschend insofern, als dass selbst Berufsoptimist Döring nicht damit gerechnet hat, dass gleich 300 Teilnehmer bei der Premiere dabei sein wollen.

Döring weiß aber auch, dass ein Premierenerfolg auch eine Bürde für weitere Auflagen sein kann. "Der Kongress hat sich noch lange nicht etabliert", betont er und fügt hinzu: "Die Latte liegt hoch." Also muss der nächste Kongress mehr Weltmarktführer aufbieten, muss, was die Referenten angeht, internationaler sein und darf sich keine Ausfälle wie bei der Premiere leistete, als ein offensichtlich indisponierter Staatssekretär aus dem Finanzministerium mit Plattitüden und Allerweltsweisheiten seine Zuhörer langweilte.

Dass ein Haller auch den zweiten Weltmarktführerkongress in Schwäbisch Hall sehen möchte, verwundert nicht. Döring möchte das aber nicht als Lokalpatriotismus missverstanden wissen oder als Kirchturmpolitik, sondern verweist darauf, dass solche Kongresse immer mit einer Stadt verbunden sind. Und mit Blick in die Schweiz fügt er hinzu: "Davos wandert ja auch nicht."

Weil Betriebsbesichtigungen ein wichtiger Bestandteil des ersten Weltmarktführertreffens waren und es auch künftig sein sollen, gibts da aber bald ein Problem, denn so viele Weltmarktführer hat Hall nun auch nicht. Finden solche Besichtigungen dann auch in Ilshofen und Crailsheim statt? Ein promptes Ja ist von Döring nicht zu hören, ausschließen mag ers aber auch nicht.

Am 7. Februar ist erst einmal Manöverkritik. "Hinterher sehen wir weiter", mehr ist ihm nicht zu entlocken. Gibts grünes Licht für 2012, müsse er sich schnell um attraktive Referenten kümmern.

Vielleicht hat er ja anschließend Zeit, sich die Weltmarktführer in Crailsheim anzuschauen. Auch die sind nämlich einen Besuch wert.


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Autor: ANDREAS HARTHAN | 01.02.2011

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