Platz für Unkraut lassen
Landkreis. Ob Giersch, Löwenzahn oder Winde: Hobbygärtner rücken den Unkräutern - oft auch Wildkräuter genannt - mit Spritzmitteln zu Leibe. Der Naturschutzbund rät zu Gelassenheit und empfiehlt die Hacke.
Der Naturschutzbund rät allen Gartenbesitzern, beim Umgang mit Wildkräutern mehr Gelassenheit walten zu lassen und auf giftige Herbizide zu verzichten. "Wildkräuter gehören in einem Garten dazu, schließlich sind sie ein Sinnbild für eine gesunde Natur", sagt Bruno Fischer vom Naturschutzbund Kirchberg. "Spritzmittel gegen Wildkräuter haben dagegen in einem Garten nichts verloren. Diese Mittel und ihre Abbauprodukte schaden sowohl der Umwelt als auch den Menschen, die sie einatmen und über das Trinkwasser und das angebaute Gemüse zu sich nehmen."
Am sinnvollsten sei es nach wie vor, mit einer Hacke oder einem Wurzelstecher zu jäten. Eine Mulch-Schicht beuge zudem starkem Bewuchs vor, weil sie unerwünschten Pflanzen das Anwachsen erschwert. Als Notlösung bezeichnet Fischer dagegen Brenngeräte, mit denen Wildkräuter abgefackelt werden können. Der Einsatz von Gasbrennern koste auch vielen Kleintieren das Leben, so Fischer.
Wildkräuter seien für viele Tiere im Garten die einzige Chance. Die Schmetterlinge Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs etwa brauchen Brennnesseln, um darauf ihre Eier ablegen zu können.
Auch fürs Auge seien wilde Ecken attraktiv: "Wer in einer Ecke seines Gartens den Boden umgräbt und dann einfach gar nichts tut, wird nach einiger Zeit die ersten Pionierpflanzen beobachten können. Klatschmohn und Hornklee blühen herrlich rot und gelb und werten einen Garten auch optisch auf. Und wer neben Möhren und Dill auch der wilden Möhre auf einem ungepflegteren Stück Rasen das Blühen erlaubt, kann auch den herrlichen Schwalbenschwanz mit seiner bunten Raupe bewundern", so Fischer. "Sprießen statt Spritzen - dieses Motto tut Ihnen und Ihrem Garten gut", sagt Bruno Fischer.
Broschüre Weitere Infos gibt es in der Broschüre "Gartenlust", für 1,50 Euro plus Versand beim NABU, Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart, Service@NABU-BW.de, 0711/966 72-12.
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02.09.2010
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Ob Sonnenhut oder Astern: Schmetterlinge wie Tagpfauenauge (links) oder Distelfalter (rechts) lieben Blüten. Als Kinderstube ziehen sie jedoch Wildkräuter wie Brennnesseln vor. Foto: Archiv
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