Neuer Digitalfunk für Feuerwehr und Rettungsdienste im Kreis Hall

Der Landkreis muss dafür sorgen, dass die Feuerwehren über geeignete Funknetze alarmiert werden können. Bisher ging das über ein analoges System. Bis Ende 2014 wird auf digitale Alarmierung umgestellt.

SIGRID BAUER |

Ursprünglich war geplant, das Tetra-Funknetz, das zurzeit für die Polizei aufgebaut wird, auch zur Alarmierung der Feuerwehr zu nutzen. Das klappt nicht. Der Pressesprecher der Haller Polizei, Hans Ulrich Stuiber, will sich dazu nicht äußern. Das sei Sache des Innenministeriums. Von dort kam die Auskunft, dass das Tetra-Digitalfunknetz grundsätzlich auch zur Alarmierung geeignet sei, aber die Landkreise darüber entscheiden, welches System sie nutzen. Es hänge letztendlich davon ab, welche Funk-Ausleuchtung gewünscht werde. Beim Tetra-Funknetz sei zu erwarten, dass die Eindringtiefe in Gebäude eventuell nicht ausreicht.

Im Vergleich zu anderen Landkreisen entscheidet sich der Haller Landkreis spät für letztere Variante. Ausschlaggebend sei laut Erstem Landesbeamten Michael Knaus, dass der Tetra-Funk zur Alarmierung für nicht ausreichend und für die hiesigen topografischen Verhältnisse mit Bergen und Tälern ungeeignet sei.

"Auch in Gebäuden ist die Übertragung problematisch", erklärt Knaus. Es wäre nicht sichergestellt, dass der Alarm jeden Feuerwehrmann erreicht. Der Landkreis baut deshalb ein Extra-Netz für Feuerwehr und Rettungsdienste auf, die sogenannte Pocsag-Alarmierung. Vorteile des Systems, das den Landkreis 700000 Euro kostet, sind: "Bei einem Unfall mit Verletzten kann der Rettungsdienst beispielsweise abhörsichere Patienteninformationen ans Krankenhaus übermitteln, bevor der Verletzte eintrifft", so Knaus. Außerdem können die angefunkten Helfer rückmelden, ob sie kommen oder nicht. "Dadurch ist eine schnelle Nachalarmierung möglich", erklärt er. In Kombination mit einem System, durch das je nach Art und Schwere des Ereignisses automatisch die passenden Feuerwehrleute samt Ausrüstung angefordert werden können, sei es eines der modernsten Alarmierungssysteme im Land.

Über das Tetra-Netz der Polizei will die Feuerwehr nur ihren Sprechfunk abwickeln. Später soll es möglich sein, dass berechtigte Personen über Tetra auch mit dem DRK oder anderen Rettungsdiensten kommunizieren.

Alfred Fetzer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, findet es gut, dass sich der Landkreis und die Kommunen für die digitale Pocsag-Alarmierung ausgesprochen haben. "Das sind große Investitionen für die Gemeinden", stellt er fest. Es sei ein Vorteil, dass die Feuerwehrleute mit der neuen Technik gleich bei der Alarmierung Informationen über den Einsatz erhalten und sofort antworten können, ob sie kommen. Es spreche für das System, dass es schon in 37 Landkreisen laufe und alle damit zufrieden seien. Auch Werner Vogel, Crailsheimer Kreisbrandmeister, begrüßt die neue digitale Alarmierung. "Das alte System muss dringend ersetzt werden", stellt er fest. Martin Setzer, Rettungsdienstleiter des Haller DRK, macht sich Sorgen über die Kosten, die durch die Digitalalarmierung auf den Verband zukommen. Es werde dem Roten Kreuz aber nichts anderes übrig bleiben, als sich der Pocsag-Alarmierung anzuschließen. "Wir brauchen eine sichere Alarmierung."

Dass das Landratsamt die Kostenbeteiligung des Deutschen Roten Kreuzes an Pocsag nicht schon von Anfang an geklärt hat, wirft Georg Schlenvoigt, SPD-Kreisrat aus Crailsheim, dem Ersten Landesbeamten Michael Knaus vor. Der habe in der letzten Verwaltungs- und Finanzausschusssitzung des Kreistags sinngemäß gesagt, das DRK werde sich schon irgendwie an den Kosten beteiligen.

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