Netz mit 17 großen Lücken

Landkreis.  Das Landratsamt und die Gemeinden wollen das Radwegenetz im Kreis Schwäbisch Hall ausbauen. Bei der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag wird vorgestellt, wo das Wegenetz Lücken aufweist.

Radler, die von Crailsheim nach Waldtann wollen, müssen bislang ein knapp acht Kilometer langes Stück auf der Landesstraße fahren. Nicht anders zwischen Gaildorf und Westheim: Dort treten Radfahrer auf der B 19 in die Pedale. Dies sind zwei von 17 Streckenabschnitten im Landkreis, die für Radfahrer Gefahren aufweisen - denn wer will schon Rad fahren, wenn neben einem ein Lastwagen vorbei rauscht. Zudem bremsen solche Lücken im Radwegenetz die Freude der Radtouristen an den überregionalen Routen (wie dem Kocher-Jagst-Radweg) und damit auch die Akzeptanz. Wenn der Radtourismus wachsen soll, ist die Beseitigung von Schwachstellen nötig.

Die 17 Strecken umfassen insgesamt eine Länge mit 88,79 Kilometern. Werden dort Radwege gebaut, kostet das 14,45 Millionen Euro. Wie der Kreis nach und nach die Lücken schließen kann und will, soll im Laufe des Jahres diskutiert werden. Bei der Sitzung des Umwelt- und Technik-Ausschusses am Dienstag bekommen die Kreisräte auch eine Übersicht über die geplanten Vorgehensweisen in den Gemeinden und im Kreis. Die Verwaltungen haben sich in den vergangenen Monaten abgestimmt, wie beim Lückenschluss der überregionalen Radwege vorgegangen werden soll. Dazu haben Kreis und Gemeinden ein Grundradwegenetz entwickelt. Auf dieser Basis sollen nach und nach die Lücken geschlossen werden, schreibt das Landratsamt in der Sitzungsunterlage.

Bei Landesradwegen sollen nach Möglichkeit alternative Wegführungen angeboten werden, wenn hoher Verkehr das Radeln auf den Straßen gefährlich macht. Innerhalb der Städte und Gemeinden sollen nach Möglichkeit keine benutzungspflichtigen Radwege ausgewiesen werden, um den Zweiradfahrern zu ermöglichen, alle Wege benutzen zu können. Zusätzlich wurden die bestehenden Radwege und die Trassenführung untersucht - sind Steigungen, Kurven und Kreuzungen sicher oder sollten sie entschärft werden? Mit Markierungen und Beschilderungen sollen die Radler auf die Besonderheiten hingewiesen werden, und in Einzelfällen soll der Bau eines Radwegs erwogen werden.

Info Die Sitzung des Umweltausschusses im Landratsamt beginnt am Dienstag, 7. Februar um 14.30 Uhr.


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Autor: ELISABETH SCHWEIKERT | 04.02.2012

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