Hahn als Dankeschön

Schwäbisch Hall.  Zum Dank bekommen die deutschen Helfer einen lebenden Hahn geschenkt: Helmut Benzinger reiste nach Tansania, um dort Nähmaschinen zu reparieren. Er erlebte zufriedene und dankbare Menschen.

"Die Freude über die reparierten Nähmaschinen war faszinierend", berichtet Helmut Benzinger strahlend. Für den Haller Inhaber der Firma Benzinger Nähmaschinen war es die erste Reise nach Tansania. Im Januar dieses Jahres hat er sich mit Fritz Uhl, Christoph Zobel und Vertretern des Dekanats Rothenburg auf den Weg gemacht, in dem Entwicklungsland Nähmaschinen zu reparieren.

Durch einen Artikel in der Zeitung ist er auf das Projekt des Rothenburgers Fritz Uhl gestoßen. Dieser hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als 2000 Nähmaschinen nach Tansania gesendet und 18-mal das Land besucht, um diese zu reparieren und sich über die Verwendung der Spenden vor Ort zu vergewissern.

Helmut Benzinger schloss sich Fritz Uhl an. "Es war ein schönes Gefühl mit dem Wissen, das ich habe, etwas Sinnvolles anzufangen. Es hat mir Spaß gemacht und die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, waren sehr eindrucksvoll", erzählt der 50-jährige Haller mit einem Lächeln im Gesicht. Die zweiwöchige Reise hat er selbst finanziert.

"Ein einschneidendes Erlebnis war für mich der Besuch eines Sattlers, der 300 Kilometer gereist ist, damit wir seine Nähmaschine reparieren konnten." Seit zwei Jahren war diese kaputt und er musste all seine Arbeiten mit der Hand verrichten. "Wir stellten fest, dass ein Teil fehlte, was wir nicht mit dabei hatten. Einen ganzen Tag versuchten Christoph Zobel und die Schlosser der Einrichtung das Teil nachzubauen", erzählt Helmut Benzinger. An diesem Tag war der Strom ausgefallen und alles musste mit der Hand erledigt werden. Am Ende lief die Nähmaschine wieder.

Das Konzept des Projekt ist einfach. Fritz Uhl und Helmut Benzinger sammeln Nähmaschinen, die in Deutschland oftmals schon als veraltet gelten, von Händlern oder privaten Personen und versuchen diese wieder betriebstauglich zu machen. Einmal im Jahr wird ein Container aus Deutschland nach Tansania gesendet. "Die Nähmaschinen ermöglichen jungen Mädchen eine ein- bis zweijährige Schneiderausbildung. Diese hilft ihnen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen", sagt Benzinger.


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Autor: TATINA TRAKIS | 02.09.2010

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