Große Herausforderungen warten
Wolpertshausen. Mit Schweinehaltung war in den letzten Jahren nur wenig Geld zu verdienen. Auf die Schweinezüchter kommen zudem Auflagen im Tierschutz zu. Das wurde bei der Fachtagung Schwein deutlich.
Kurzfristig müssen Zuchtsauenhalter ihre Ställe so umbauen, dass die tragenden Sauen freilaufend in Gruppen gehalten werden, beschreibt Helmut Hessenauer, Leiter des Landwirtschaftsamtes in Ilshofen, eine der Änderungen. Langfristig dürfen Ferkel nicht mehr kastriert werden. Doch auch jenseits dieser Fragen wird die Tiergerechtigkeit in der Schweinehaltung in Frage gestellt, erfuhren die zahlreichen Besucher der Tagung.
Ab 2018 wird das Kastrieren der Ferkel wie bisher üblich nicht mehr möglich sein. Es gilt, bis dahin Alternativen zu finden. Grundsätzlich sind unterschiedliche Methoden, wie die Betäubung mit Isofluran, die Immunokastration, das Spermasexing oder die Ebermast denkbar.
Für Hansjörg Schrade, Leiter des Wissens- und Kompetenzzentrums Boxberg, stellt aus heutiger Sicht vor allem die Ebermast eine realistische Alternative dar. Deshalb werden in Boxberg entsprechende Versuche vorgenommen. Dabei zeige sich, dass Eber gegenüber den Kastraten das Futter besser verwerten und einen höheren Fleischanteil haben. Sie seien wegen ihrer Lebhaftigkeit zwar schwieriger zu halten als Kastraten und weibliche Tiere. Bei guter Haltung seien die Verluste aber nicht höher.
Das eigentliche Problem bei der Ebermast ist der Geruch. Bei etwa sechs bis acht Prozent der Tiere weist das Fleisch Ebergeruch auf. Das Fleisch dieser Tiere ist nicht genusstauglich. Allerdings nehmen nicht alle Menschen den Geruch wahr. Ziel ist es, den Anteil der Tiere mit Ebergeruch deutlich senken. Schrade ist optimistisch: "Ebergeruch ist in hohem Maße genetisch bedingt, deshalb sind die züchterischen Möglichkeiten sehr gut." In Boxberg werden auch Versuche zur Haltung und Fütterung durchgeführt. Ein großes Problem ist aber ungelöst: die Erkennung des Geruchs. Dies bestätigt Uwe Rüttiger von Vion Crailsheim.
Bis vor kurzem wollte man den Geruch mit elektronischen Methoden erkennen. Uwe Rüttiger hält diesen Weg für gescheitert, die elektronische Nase ist nicht praktikabel. "Wir müssen die Fleischpartie durch geschulte und ausgebildete Kräfte aussortieren." Trotz dieser Schwierigkeiten steht der niederländische Schlachtkonzern zur Ebermast.
Tierschutzauflagen kosten Geld. Doch die Schweinehalter spüren bei allen Fortschritten im Tierschutz Gegenwind, schreibt Hessenauer. Moderne Haltungsverfahren würden von der Gesellschaft oft mit Massentierhaltung gleichgesetzt und als nicht tierartgerecht angesehen. Dafür hat Mirjam Lechner von der Unabhängigen Erzeugergemeinschaft Hohenlohe-Franken eine plausible Erklärung. Die Bevölkerung habe sich selbst im ländlichen Raum von der Landwirtschaft entfremdet. Der städtischen Bevölkerung werde ein falsches Bild von der Landwirtschaft vermittelt. Wenn Ferkel auf Plakaten auf der grünen Wiese dargestellt würden, brauche man sich nicht zu wundern, wenn ein falsches Bild entstehe. Gefragt seien vielmehr neue Marketingstrategien. Anstatt nur faire Preise zu fordern, gelte es, das Tierwohl in den Vordergrund zu stellen.
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Autor: SWP | 19.01.2012
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Die Ferkel saugen an der Mutterbrust. In wenigen Monaten erreichen sie ihr Schlachtgewicht und landen als Schnitzel auf dem Teller. Archivfoto: dpa
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Kommentare (6)
Das Foto
entspricht nicht den Tatsachen, bitte bleiben Sie bei der Wahrheit! http://www.soylent-network.com/doku/index.htm#2schweinehaltungund noch was, ein Schwein ist kein Schnitzel, sondern ein intelligentes Lebewesen
Gesundheit
Empfehlenswert ist eine fleischlose, abwechslungsreiche Kost. Denn Fleisch ist kein Stück Lebenskraft, wie es die Industrie immer darstellt. Fleisch ist ein Stück verwesende Leiche. Tierische Fette, vor allem in Wurst und Milchprodukten enthalten, sind krebserregend. Auch fördert der Verzehr Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen und Fettleibigkeit. Es gibt leckere Alternativen, Schnitzel und Co. z.B. aus Weizeneiweiß. Eisen findet man u.a. in Hülsenfrüchten, Ölsamen, Nüssen, Vollgetreide sowie verschiedene Gemüsearten (z.B. Fenchel, Feldsalat, Rucola, Zucchini, grüne Erbsen, Spinat) und Trockenfrüchte (z.B. Pfirsich, Aprikose, Dattel). Zahlreiche Infos gibt es beim VEBUPaleo - Diät
... und den Blattsalat (Löwenzahn) von der grünen Wiese, wo vorher "Lässie" draufgekackt hat.Versuchen Sie es doch mal mit der Paleo Diät:
Die Paleo Diät (oder Paläo Diät) orientiert sich an der Ernährung unserer Jäger-und-Sammler Vorfahren (daher auch der Name Steinzeiternährung): Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse. Anwender der Paleo Diät essen genau das, worauf die Evolution den Menschen in hunderttausenden von Jahren vorbereitet hat und sind dadurch schlank, leistungsfähig und überdurchschnittlich gesund.
Da steht "nix" von "schnitzelfrei" und nur Rohkost.