Gemeinde setzt auf Ökostrom

Wolpertshausen.  Laut Regionalplan sind in Wolpertshausen weder Freiflächen-Fotovoltaikanlagen noch Windräder möglich. Dem setzt die Gemeinde ihr Energiekonzept 2020 entgegen, um doch noch an ihr Ziel zu kommen.

Zu gern würde Wolpertshausen seine Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien ausbauen und nicht nur die Eigenversorgungsquote sichern, sondern darüber hinaus sogar zum "Kraftwerk des Landkreises" werden. Wolpertshausen will mehr Strom erzeugen als die Gemeinde selbst benötigt. Jens Fuhrmann vom Kreisplanungsamt stellte das Energiekonzept 2020 vor, das die Gemeindeverwaltung in Auftrag gegeben hat.

Diesem ehrgeizigen Ziel steht der Regionalplan entgegen, der praktisch das gesamte Gemeindegebiet mit regionalen Grünzügen und Vorranggebieten für die Landwirtschaft überzieht. Windkraftanlagen und Solarfelder sind hier ausgeschlossen.

Die Wolpertshausener Gemeinderäte wollen sich damit aber nicht abfinden. Denn gerne hätten sie die Energieproduktion durch Solarfelder, Windkraft und Biogasanlagen aufgestockt. Doch mit der Bewertung des Regionalverbands sind die Flächen "von Siedlungstätigkeit und anderen funktionswidrigen Nutzungen freizuhalten".

"Die regionalen Grünzüge stammen noch aus der Zeit des früheren Verbandsdirektors Dr. Hein", erinnerte Wolpertshausens Bürgermeister Jürgen Silberzahn. "Er wollte die Städte und Zentren stärken und die Entwicklung in den übrigen ländlichen Gebieten verhindern."

Silberzahn hofft aber, dass mit dem jetzigen Direktor des Regionalverbands, Klaus Mandel, "mehr zu machen ist", denn sonst würde ja der Regionalplan die Energiepläne des Landes aushebeln.

Ein Gespräch mit Mandel hat bereits in Wolpertshausen stattgefunden. Dabei hat der Verbandsdirektor zugesagt, dass der Regionalverband die Sache prüfen wolle. Allerdings müsse dafür ein schlüssiges Energiekonzept vorliegen.

Dieses Konzept will der Gemeinderat nun mit einstimmigem Beschluss voranbringen. Ziel ist die Entwicklung eines Energiebandes entlang der Autobahn Nürnberg-Heilbronn. "Start soll eine Keimzelle im Bereich der Aussiedlung Heide mit einer Biogas- und einer Freiflächenfotovoltaikanlage sein", heißt es im Beschluss.

Die anderen Ansprechpartner, die den Weg frei machen sollen für Ökostrom, sind das Elektrizitätswerk Braunsbach/Tullau und mit ihm der übergeordnete Netzbetreiber EnBW, die aufgefordert werden, "ihre Netze und die Umspannstation Obersteinach so auszubauen, dass dort der Ausbau der regenerativen Energie in Wolpertshausen nicht gehemmt wird, sondern problemlos möglich ist".


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Autor: CLAUDIA KERN-KALINKE | 07.02.2012

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