Gaildorf: Kokshandel in größerem Stil 33-Jähriger legt pauschales Geständnis ab

Gaildorf/Heilbronn.  Vor dem Heilbronner Landgericht hat ein 33-jähriger Albaner aus Gaildorf eingestanden, in größerem Stil mit Kokain gehandelt zu haben. Ihn erwartet eine Haftstrafe von mindestens viereinhalb Jahren.

Bis zu seiner Inhaftierung lebte der Albaner, der sich seit gestern vom dem Landgericht in Heilbronn wegen Drogenhandels verantworten muss, in äußerlich geordneten Verhältnissen in einem Gaildorfer Pensionszimmer. Zuvor waren mehrere seiner Versuche, in Deutschland Fuß zu fassen, gescheitert: Im Jahr 2003 war er zum ersten Mal eingereist und hatte unter falschem Namen einen Asylantrag gestellt. Der Antrag wurde abgelehnt. Später ging seine Ehe mit einer deutschen Frau in die Brüche.

Die Polizei überführte den Mann Mitte März mithilfe einer sogenannten Vertrauensperson. Der Schein-Käufer orderte fast 500 Gramm Kokaingemisch zum Preis von 27 500 Euro. Der Albaner konnte den Stoff liefern. In seinem Zimmer fand man weiteres Kokain und eine elektronische Feinwaage.

Details über die Art seiner Kokaingeschäfte wurden am ersten Verhandlungstag vor der dritten großen Strafkammer des Landgerichts nicht bekannt. Über seinen Anwalt legte der 33-Jährige ein pauschales Geständnis ab. Die Kammer stellte ihm im Rahmen einer prozessrechtlichen "Verständigung" eine Freiheitsstrafe von viereinhalb bis fünf Jahren in Aussicht. Handel mit Betäubungsmitteln in großen Mengen gilt in Deutschland als Verbrechen.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Unter anderem soll ein psychiatrischer Sachverständiger gehört werden. Er soll sich dazu äußern, ob der Angeklagte selbst kokainabhängig ist - mit der Folge, dass er mit dem Gewinn aus dem Drogenhandel seine eigene Sucht finanzieren wollte.


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Autor: ELEONORE HEYDEL | 08.09.2011

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