Freie Bahn bis Wittighausen
Untermünkheim. Die erste Etappe ist geschafft: Seit gestern ist der 2,3 Kilometer lange Abschnitt der Westumgehung vom Steigenhaus nach Wittighausen fertig. Dass die Trasse nicht noch teurer wird, will niemand garantieren.
Im nächsten Jahr, wenn die Kreisstraße 2576 endlich fertig wird, werden 40 Jahre ins Land gegangen sein, bis aus ersten Plänen eine Straße entstanden ist. Daran erinnerte Landrat Gerhard Bauer gestern bei der Einweihung des ersten Stücks nach Wittighausen. Nicht von ungefähr kam Regierungspräsident Johannes Schmalzl darauf, den Straßenbau als "Jahrhundertprojekt" zu bezeichnen.
Bauer, Schmalzl, der Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim und einige Kreisräte räumten gestern am Anschluss der als "Westumgehung" bekannten Kreisstraße zur B19 bei Steigenhaus die Absperrung weg und gaben somit die Bahn frei für den Verkehr.
Mit dem rund vier Millionen Euro teuren Abschnitt werde Wittighausen als erster Ort vom Durchgangsverkehr befreit, sagte Bauer. Die Untermünkheimer aber, die sehr auf eine Verkehrsentlastung durch die Westumgehung setzen, müssen noch warten. "Eine Entlastung gibt das für uns jetzt noch nicht", sagte Gemeinderätin Ariane Knapp am Rande der Einweihung. Dabei brachte sie die von den Untermünkheimern gewünschte Querspange ins Spiel, mit der auch der Verkehr von der Ostumfahrung am Ort vorbei auf die Westumfahrung verbannt werden könnte. Das aber wäre auch ein Millionenprojekt, gab Bürgermeister Christoph Maschke zu bedenken.
Die Fortsetzung von Bauers Rede passte dazu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals eine größere Straßenbaumaßnahme des Landkreises geben wird", sagte er zu den Gästen. "Ich hätte da noch ein paar Ideen", warf Pelgrim ein und dann versicherten sich beide gegenseitig, sehr wohl zu wissen, dass dafür eben leider kein Geld da sei. Die Entschuldung der öffentlichen Haushalte müsse man auch im Blick behalten, sagte Schmalzl etwas später in seiner Rede, und so sei "manches Wünschbare nicht machbar". Auch der Bau der Westumgehung, die einst als Bundesstraße gedacht gewesen sei, belaste die Kreiskasse sehr, betonte Landrat Bauer. Auf 29 Millionen sind die Kosten inzwischen geklettert, davon muss der Kreis zehn Millionen Euro selbst finanzieren, 19 Millionen Euro übernimmt das Land.
Vergangene Woche hatte die Verwaltung im Kreistag mögliche Mehrkosten in Höhe von 800000 Euro angekündigt. Er gehe nach wie vor davon aus, "dass wir den Rahmen halten", erklärte Kreiskämmerer Werner Schmid auf Nachfrage, "aber bei so einem Projekt kann man das nicht garantieren". Im November 2009 hatte der Technikausschuss des Kreistags eben diesen Rahmen auf 28,8 Millionen festgesetzt - nachdem sich überraschenderweise herausstellte, dass die Straße um 1,5 Millionen Euro teurer wird.
Regierungspräsident Schmalzl hielt es für wichtig, dass dieses Projekt angepackt worden ist. "Wenn man es nicht getan hätte, würde man sich heute Vorwürfen aussetzen", sagte er. Jetzt aber ist er sich sicher: "Die Menschen und die Wirtschaft werden es ihnen danken."
Den Autofahrern wünschten Bauer und Schmalzl eine unfallfreie Fahrt, beide rollten mit ihren Autos davon. Hinter ihnen schlossen die Straßenbauer die Absperrung wieder - ein Bagger war noch am Werk.
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Autor: KARSTEN DYBA | 29.07.2010
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Bahn frei: FDP-Kreisrat Florian Dollmann, Landrat Gerhard Bauer, Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, der Untermünkheimer Bürgermeister Christoph Maschke und die Kreisräte Siegfried Trittner (Freie) und Werner Dierolf (CDU) räumen die Absperrung weg. Foto: Weigert
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