Filtern der Sickerwässer günstiger

Schwäbisch Hall.  Die Sickerwässer, die aus der ehemaligen Mülldeponie Hasenbühl austreten, werden bislang mit dem aufwändigen Umkehrosmoseverfahren gereinigt. Jetzt reicht ein Filterverfahren. Das spart Kosten.

Knapp 7000 Kubikmeter Sickerwasser sind im vergangenen Jahr aus der Deponie Hasenbühl ausgetreten. Die Kosten zur Reinigung, die die Firma Pall ausgeführt hat, lagen bei gut 293000 Euro. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Sickerwässer in den nächsten fünf Jahren von der Firma Sax+Klee aus Mannheim aufarbeiten zu lassen. Der Vertrag mit der Firma Pall läuft zum 31. März dieses Jahres aus.

"Die Firma Pall hatte kein Angebot abgegeben", erklärt Kreiskämmerer Werner Schmidt. Er versichert, dass mit dem neuen Verfahren die Grenzwerte zur Einleitung in die Kläranlage der Stadt Schwäbisch Hall eingehalten werden.

Die Menge der Sickerwässer unterlag in den vergangenen Jahren großen Schwankungen. Es waren zwischen 8000 und 12000 Kubikmeter. Das lag auch an den Niederschlagsmengen. Die Kosten pro Jahr lagen durchschnittlich bei 400000 Euro und sollen jetzt auf etwa 100000 Euro sinken - bei einer unterstellten Jahresmenge von 10000 Kubikmeter.

Die Ausschreibung der Sickerwasserentsorgung hat die Planungs- und Ingenieurgesellschaft Grontmij fachlich begleitet. "Das günstigere Filterverfahren reicht zur Aufbereitung aus", erklärt Peter Dietrich, Leiter des Fachbereichs Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Umweltamt des Landkreises. Bei dem Umkehrosmoseverfahren seien auch Chlorverbindungen und Pflanzenschutzmittel, so genannte AOX, herausgefiltert worden. Deren Anteil sei aber über die Jahre durch Ausspülungen immer geringer geworden. Probleme gebe es noch beim Chrom. Der könne in einem einfachen Verfahren mit Ionentausch gebunden werden. Im Prinzip sei das wie bei einer Geschirrspülmaschine. Per Ionentausch werde darin verhindert, dass sich Kalkflecken auf Gläsern absetzen können. Chrom bleibe bei dem Ionentausch am Medium Kunstharz zurück.

Dennoch muss der Landkreis künftig an die Stadt Schwäbisch Hall, in deren Kläranlage die Sicherwässer fließen, einen Starkverschmutzerzuschlag zahlen. Der chemische Sauerstoffbedarf in der Kläranlage steige. Das sei bei häuslichem Abwasser ähnlich.

"Versuche mit der Stadt Hall haben gezeigt, dass das Verfahren unproblematisch ist", erläutert Dietrich. Der Starkverschmutzerzuschlag liegt bei einem Euro pro Kubikmeter.

Die endgültige Abdichtung der Deponie Hasenbühl soll in den nächsten fünf Jahren erfolgen, führt Kämmerer Werner Schmidt aus. Der Antrag liege beim Regierungspräsidium. Mit dem Genehmigungsbescheid rechnet das Landratsamt Mitte des Jahres.


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Autor: JOCHEN KORTE | 10.02.2012

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