Kontroverse Diskussion im Kreistag
FDP will Crailsheim ins Diak eingliedern
Untermünkheim. Mit einem Paukenschlag beendete Florian Dollmann, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag, seine Haushaltsrede: Er möchte das Crailsheimer Krankenhaus ins Haller Diak eingegliedert sehen.
Eigentlich stand das Krankenhauswesen im Landkreis auf der vorgestrigen Sitzung des Kreistages in Untermünkheim gar nicht auf der Tagesordnung. Doch das Thema ist so drängend, dass es sowohl in den Stellungnahmen der Fraktionen zum Etatentwurf der Kreisverwaltung als auch bei der Vorstellung der Neubaupläne fürs Haller Diakonie-Krankenhaus eine große Rolle spielte.
Den Aufreger des Nachmittags lieferte der FDP-Fraktionsvorsitzende Florian Dollinger, der in seiner Haushaltsrede um die Prüfung der Frage bat, ob nicht das Crailsheimer Krankenhaus ins Haller Diak "eingegliedert" werden kann. Den Vorteil sieht der Kreisrat aus Langenburg in einem stringenten medizinischen Konzept für den Landkreis.
Allerdings, so Dollinger, setze eine solche Eingliederung voraus, dass erstens der Standort Crailsheim und dort eine medizinische Grundversorgung gewährleistet bleibt und zweitens der Landkreis eine Mitsprachemöglichkeit erhält, auch wenn es keine Gesundheitsholding mehr gibt. Aufhorchen ließ Dollinger auch mit dem Vorschlag, die beiden Städte Schwäbisch Hall und Crailsheim sollten die Krankenhäuser jeweils mit einem städtischen Zuschuss unterstützen.
In Schwäbisch Hall möchte das evangelische Diakoniewerk am jetzigen Standort ein neues Krankenhaus für 235 Millionen Euro bauen. Diak-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Lenke und Diak-Aufsichtsratsvorsitzender Ehrhard Steffen hatten den Architekten Lucas Müller mitgebracht und der stellte den Kreisräten die Baupläne, die inzwischen beim Sozialministerium in Stuttgart zur Bezuschussung eingereicht sind, vor.
Damit stand auch wieder die von Landrat Gerhard Bauer vor Wochen noch einmal aufgeworfene Frage im Raum, ob es nicht besser wäre, das neue Diak-Krankenhaus auf der grünen Wiese zu bauen. Während der SPD-Kreisrat und ehemalige Crailsheimer Oberbürgermeister Georg Schlenvoigt davor warnte, jetzt noch einmal über Standorte zu reden ("das wäre wie das Öffnen der Büchse der Pandora"), sprachen sich die Fraktionen von CDU und Grünen dafür aus, noch einmal grundsätzlich nachzudenken. Insbesondere CDU-Kreisrat Matthias Strobel (Stimpfacher Bürgermeister) und der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jochen Feuchter (Schrozberg) forderten das Diakoniewerk auf, die Standortfrage nicht einfach vom Tisch zu wischen. Strobel wörtlich: "Gehen Sie in sich!"
Das habe das Diakoniewerk doch schon gemacht, entgegnete Freien-Fraktionsvorsitzender Klemens Izsak (Schrozberger Bürgermeister). Es werde schon seit zehn Jahren über die Neubauplanung gesprochen, da könne er die Aussage des Diak-Aufsichtsratschefs Steffen, dass eine Diskussion irgendwann einmal ein Ende haben muss, gut verstehen.
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Autor: ANDREAS HARTHAN | 24.11.2011
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Kommentare (1)
Crailsheimer Klinikum unter dem Dach des Diak
Das Haller Tagblatt hat seine online-Leser gefragt, ob das CR-Klinikum in das Diak eingehen sollte. Das Ergebnis lässt nach meiner Einschätzung nichts gutes ahnen, ich denke, die Mehrzahl der Stimmgeber kennen das CR-Klinikum nicht. Nur um wirtschaftliche Synergieeffekte zu erreichen, einen solchen Schritt zu tun, ist nach meiner Ansicht der falsche Weg. Es wird kommen, dass das Diak "konkurierende" Fachabteilungen nach Hall abzieht und das CR-Klinikum als "Provinzkrankenhaus" langsam eingeht, die Patienten wandern dann in umliegende Landkreise ab, nur nicht in`s Diak. Vielleicht fragt das Hohenloher Tagblatt mal seine Leser ab, ob die crailsheimer Bevölkerung auch das CR-Klinikum unter dem Dach des Diak sehen möchte. Nach dem Haller Umfrageergebnis könnten sonst die Enscheidungsträger zu falschen Schlüssen kommen.Mit freundlichen Grüßen
Reinhold Beck