Diak bleibt, wo es ist
Schwäbisch Hall. "Hier wird seit 125 Jahren gebaut. Das sollte auch heute möglich sein." Diak-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Lenke widerspricht der Forderung des Landrats, die Klinik auf die grüne Wiese zu setzen.
"Attempto! Ich wags", soll Graf Eberhard im Bart gesagt haben, als er einst die Uni Tübingen gründete. Auch Häuslebauer kennen das: Irgendwann muss eine Lösung durchgezogen werden, sonst klappt es nie. 15 Jahre wurde im Diak über einen Klinikneubau diskutiert. Vor gut einer Woche hat die Diakoniewerksleitung Fakten geschaffen: 14 Aktenordner hat das Architekturbüro Arcas beim Sozialministerium abgegeben. Darin werden die Pläne für einen Klinikneubau auf dem jetzigen Gelände detailliert dargestellt: Das Gebäude südlich des Hochhauses - das Badhaus - wird abgerissen. Dort entsteht ein großes Bettenhaus. Die Kinderklinik, die bislang im Badhaus ist, zieht in ein neues Gebäude, das neben dem Parkhaus entsteht. 127 Millionen Euro soll dieser erste Bauabschnitt kosten. Im zweiten wird ein Haus für Operationen und Diagnosen errichtet. Geplante Kosten: 100 Millionen Euro. "Das ist eine gute Lösung", ist Hans-Joachim Lenke überzeugt. Er habe sich nicht nur wegen der Kritik von Landrat Gerhard Bauer am Standort die Pläne noch einmal genau angeschaut. "Wir haben beim Diak kein Interesse an einer schlechten Lösung", versichert er.
Der Landrat hatte in seiner Bewerbungsrede für seine zweite Amtszeit kritisiert: "Ein Bau am jetzigen Standort kann nicht dasselbe leisten und kostet wesentlich mehr." Die Alternative auf der grünen Wiese sollte "sorgfältig und umfassend" geprüft werden. Die Aussage des Landrats erhält Gewicht, weil der Kreis mit dem Diak eine Klinikpartnerschaft bildet. Die Partner der Gesundheitsholding ringen nun nach außen sichtbar nicht nur um die Gewinnverteilung, sondern auch um den neuen Klinikstandort.
Uneinigkeit herrscht auch im Diak selbst. Chefärzte mahnten im Frühjahr in einem Brief: Eine lange Bauzeit in zwei Abschnitten werde zum Verlust von Patienten und Personal führen. Würde man auf einen Rutsch bauen, könnte man gleich die Vorteile einer Klinik der kurzen Wege nutzen. "Die Kritik stimmt für die Zeit zwischen erstem und zweitem Bauabschnitt. Da sind die Wege länger", räumt Lenke ein. "Worauf wir nun viel Ehrgeiz verwenden, ist, den zweiten Bauabschnitt zügig an den ersten anzuschließen." Er sei über diese neue Diskussion unglücklich, klagt er. "Man kann die Planung, die jetzt ausgearbeitet wurde, nicht einfach auf die grüne Wiese übertragen." Eine neue Standortwahl würde den Bau um zwei Jahre verzögern.
Pfarrer Lenke setzt aufs Brückenbauen: "Wir werden mit dem Landkreis reden und gemeinsam eine Lösung finden."
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Autor: TOBIAS WÜRTH | 12.10.2011
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Diak-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Lenke. Foto: Weigert
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