BETRACHTUNG: 40 Tage lang bewusster leben und genießen
Gedanken zum Aschermittwoch von Pastoralreferentin Kerstin Schelkle, Schwäbisch Hall.
Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnen die 40 Tage der Fastenzeit. Solche besonderen Zeiten gibt es in vielen Religionen - Zeiten, die sich vom übrigen Jahr unterscheiden und in denen es darum geht, bewusster zu leben. Fastenzeiten dienen auch der Vorbereitung auf bestimmte Feste oder Anlässe, in diesem Fall der Vorbereitung auf Ostern, der Feier der Auferstehung Jesu als dem zentralen Glaubensereignis des Christentums.
Immer mehr Menschen entdecken für sich den Wert des Fastens neu als eine persönliche Chance, als einen persönlichen Gewinn. Die Ratgeber-Literatur ist voll von diesem Thema: Im Bereich der Ernährung wird auf so manches verzichtet, unterschiedliche Kuren oder Fastenwochen werden angeführt - um sich anschließend schlanker, jünger oder wie neugeboren zu fühlen.
Andere Bereiche des Lebens werden entrümpelt und vereinfacht, was beim Wohnen und bei der Arbeit anfängt und bei zwischenmenschlichen Beziehungen aufhört. Auch in christlicher Hinsicht geht es in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern darum, Bequemlichkeiten hinter sich zu lassen, gewohnte Rituale kritisch anzuschauen und neue Formen der Lebensgestaltung auszuprobieren. Aber das Fasten, der Verzicht ist kein Selbstzweck, bei dem es ausschließlich um das eigene Leben geht.
Ziel dieser 40 Tage ist es, sich in das Leben, das lebendige Miteinander einzuüben. Und das heißt, den Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und auch mit Gott zu überdenken und sich wieder neu auf diese Beziehungen einzulassen. Dadurch wird die Fastenzeit zu einem "Mehr" statt einem "Weniger", denn durch das Fasten und die daraus folgende Vereinfachung des Lebens wird Platz geschaffen für Neues.
Das Leben kann einfacher werden durch den zeitweiligen Verzicht auf Radio und Fernsehen, auf Konsum und Genussmittel, auf das "Immergleiche". Und dadurch werden Raum und Zeit frei für Innehalten und Stille, Nachdenken und Neuordnen, neue Erfahrungen und Begegnungen, ja für das Leben selbst.
Trauen Sie sich, die kommenden 40 Tage einfach zu leben.
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Autor: SWP | 22.02.2012
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Wer während der Fastenzeit auf das Internet verzichtet, gewinnt Zeit und kann diese in Aktivitäten im realen Leben investieren. Foto: Daniela Knipper
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