Aufschwung kommt auch unten an Bericht des Jobcenters: Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Kreis sinkt auf knapp 6500

Landkreis.  Ein Jahr nach der Auflösung der Arbeitsgemeinschaft Sozial arbeitet der Jobcenter als "gemeinsame Einrichtung" - offensichtlich ohne Reibungsverluste. Die Zahl der betreuten Hilfeempfänger nimmt ab.

6483 Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zählte der Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall im Juli dieses Jahres. Im Juli des Vorjahres waren es noch 7159. Die Leistungsempfänger leben derzeit in 3264 Bedarfsgemeinschaften - das sind Haushalte, in denen mindestens ein Angehöriger Hilfsgelder empfängt. Im März des Vorjahres wurden noch 3917 Bedarfsgemeinschaften gezählt.

Mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit geht auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger zurück. "Das ist erfreulich", kommentierte der Jobcenter-Chef Dieter Bollwerk, als er dem Sozial- und Kulturausschuss des Kreistags seinen Jahresbericht vorlegte. Auffällig ist aber der Unterschied zwischen Männern und Frauen: Seit dem Sommer sei der Anteil der arbeitslosen Frauen leicht größer als der der Männer.

Dafür liege die Zahl der Jugendlichen (15 bis 20 Jahre) unter den Hartz-IV-Empfängern mittlerweile bei niedrigen 121 (Stand: November). Jünger als 20 Jahre seien sogar nur 25. "Da muss man sich keine Sorgen machen", betonte Bollwerk.

Sorgen machte sich der Ausschuss aber doch - nämlich um die langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger: "Ist das Potential nicht da?", fragte Kreisrat Siegfried Trittner (Freie). Landauf, landab würden Fachkräfte gesucht. Könnte man die Langzeitarbeitslosen nicht dafür qualifizieren? Kann man teilweise, sagte Bollwerk, aber "das dauert eine Weile, bis man die Maßnahmen in Gang setzen kann". Ein entsprechendes Arbeitsmarktprogramm soll aber im kommenden Jahr anlaufen. Allerdings müsse der Jobcenter auch mit Einschränkungen klarkommen: Durfte er 2010 noch 4,78 Millionen Euro für integrationsorierntierte Vermittlungs-, Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahmen (Ein-Euro-Jobs oder Rehabilitationshilfen) ausgeben, so waren es 2011 nur noch 3,73 Millionen Euro. Für 2012 werde das Budget noch einmal um 14,8 Prozent gekürzt, berichtete Bollwerk. Allerdings müsse man zur Kenntnis nehmen, "dass der Personenkreis kleiner geworden ist und wir deshalb möglicherweise auch weniger Geld für Maßnahmen brauchen."

Kreisrat Peter Gansky (ÖDP) fiel auf, dass etwas die Hälfte der Bedarfsgemeinschaften Ein-Personen-Haushalte sind. "Das ist ein gesellschaftliches Phänomen", sagt Bollwerk. In Mehrpersonenhaushalten könnten sich Hilfsbedürftige oft auf andere stützen, Singles dagegen bräuchten staatliche Hilfe. Und unter den rund 1700 Gemeinschaften mit zwei Personen gebe es geschätzt rund 560 Alleinerziehende.


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Autor: KARSTEN DYBA | 16.12.2011

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