Auch Bücher helfen
Schwäbisch Hall. Im Januar wurde Christina Pohl in den Ruhestand verabschiedet. Nun ist die ehemalige Leiterin der Haller Stadtbibliothek in Afrika aktiv - und zwar beim Aufbau einer neuen Krankenpflegeschule in Uganda.
Im Herzen ist Christina Pohl seit jeher ein Bücherkind. Und mit Büchern hat die 63-Jährige freilich auch in ihrem Ruhestand zu tun. Seit drei Jahren pflegt sie den Kontakt nach Uganda. Ihr Mann, der Architekturprofessor Peter Schmieg, kümmert sich dort zusammen mit Kollegen um den Bau einer Krankenpflegeschule.
Und Christina Pohl unterstützt die Einrichtung der Schulbibliothek dieser Salem Nurse Training School in Kolonyi bei Mbale - eine Aufgabe, die ihr große Freude bereitet: "Es ist wunderschön, ich bin dort von morgens bis abends am Schaffen." Für ihr Engagement in Uganda hat Christina Pohl bei ihrem Abschied in Hall von vielen Kollegen aus der Stadtverwaltung auch Geld geschenkt bekommen.
Die neu gegründete Salem Nurse Training School ist Teil des Kinderdorfes Salem in Kolonyi, das um 1980 nach dem Bürgerkrieg in Uganda im Mbale Distrikt gegründet wurde. Die Bevölkerung dieser Region im Osten Ugandas, nahe der kenianischen Grenze, ist zu 92 Prozent ländlich geprägt. Dort leben mehr als 400000 Menschen, etwa 70000 in der Hauptstadt Mbale, alle anderen weit verstreut in ländlichen Gebieten.
Der Distrikt verfügt über ein öffentliches 300-Betten-Krankenhaus in Mbale und kleinere Gesundheitsstationen auf dem Land - so auch eine im Kinderdorf Salem.
Weil die Region mit medizinischem Personal unterversorgt ist, aber großer Bedarf besteht, lag es nahe, im Kinderdorf Salem mit seiner guten Infrastruktur (Hospital, Labor) eine Nurse Training School zu gründen und medizinisches Personal auszubilden. Die jungen Frauen erhalten eine kombinierte Ausbildung zur Krankenschwester, Hebamme und Gesundheitshelferin. Wegen des Ärztemangels müssen sie oft ärztliche Aufgaben übernehmen.
Zur Salem Nurse Training School gehört auch eine Bibliothek mit medizinischer Fachliteratur. Bisher wurden mehr als 400 Fachbücher angeschafft, größtenteils aus England. Christina Pohl hat sie bibliothekarisch bearbeitet, und nun stehen die Bücher für Schülerinnen und Lehrkräfte bereit.
Um die Bibliothek weiter auszubauen, ist auch eine Lehrbuchsammlung für die Schülerinnen geplant. "Dafür werden dringend noch weitere Gelder benötigt", sagt Christina Pohl. Im Oktober wird sie mit ihrem Mann wieder nach Uganda fliegen, um die Bauarbeiten weiter zu begleiten.
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Autor: BETTINA LOBER | 27.08.2010
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Die Hallerin Christina Pohl führt die Distrikt-Hebamme Anett Makua und Bischof Samwiri Namakhets Khaemba (von links) durch die Bibliothek. Privatfoto
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