3BA Concert Band bereit zur Titelverteidigung

Lang anhaltender Beifall des Publikums war am Sonntag im Kulturhaus Wallhausen zu hören. Zuvor hatten die Musiker der Brassband Hohenlohe und der 3BA Concert Band ein beeindruckendes Programm gezeigt.

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Die 3BA Concert Band (Bild) und die Brassband Hohenlohe stehen beide unter der Leitung von Franz Matysiak, seit 2000 Musikdirektor in Crailsheim. Foto: Sonja Jaser

Ursprünglich kommt die Brass Music, diese unverwechselbare Mischung aus traditionellen und kirchlichen Weisen in stets neuem musikalischem Gewand, aus den englischen Bergwerken. Hier hatten sich während der Industrialisierung die ersten Brassbands formiert, mit denen die Gruben auch im Wettbewerb glänzen wollten. Besonders glückliche Kumpel konnten den Bergmannspickel sogar mit Cornett, Horn, Posaune oder Tuba tauschen. Die Heilsarmee ist die andere geschichtliche Quelle dieser Blechblasensembles, für deren weitere Verbreitung in Deutschland die 3BA Concert Band in Ingolstadt unter Leitung von Franz Matysiak die Keimzelle ist.

Es war an den Lokalmatadoren von der Brassband Hohenlohe, in Wallhausen als Erste ein ebenfalls sehr ansprechendes Programm zu präsentieren. Passend zu den Winterspielen wurde als markantes Eingangsstück die "Olympic Fanfare" von James Curnow gegeben - erste Möglichkeit für die Brassband, ihren kompakten Mannschaftsklang zu zeigen. Dem schloss sich mit "Turris Fortissima" gleich das Hauptwerk der Band an, in dem die zitierten Choräle bei näherem Hinhören durchaus aufschienen, es außerdem zu den solistischen Hochleistungen mit ihren meditativen Anklängen auch regelrecht poppig anmutende Passagen gab.

Ein großer Programmteil waren Bearbeitungen von Popsongs: Chris de Burghs "Lady in Red" sah Tim Strecker als Flügelhorn-Solisten mit wunderbar weicher Klanggebung, das Beatles-Stück "Penny Lane" Johannes Stürmer am Piccolo-Cornett und "Music" von John Miles schließlich Carina Kohnle als Solo-Cornettistin. "Highland Cathedral", die Hommage an schottische Landschaften und die Freundlichkeit des Herren, bestach durch eine ergreifende Melodie, die gewissermaßen mehrstrophig vorgetragen wurde. Demgegenüber wurde mit "Lord Tullamore" gekonnt ein musikalisches Gruseln erzeugt.

Nicht weniger als drei Wettbewerbsstücke für die deutschen und die flämischen Meisterschaften hatte die 3BA Concert Band im musikalischen Gepäck. Auch hier war der Start eine Fanfare, nämlich mit "Summon the Dragon" ein Ruf nach dem Drachen, der Cornette und Posaunen hervorhob. Das "Concertpiece for Trumpet" war das erste Werk, das den Trompeter Daniel Reichert aus Detmold in begeisternder Aktion zeigte. Er ist ein Jahr lang als Principal gewissermaßen Konzertmeister der besten deutschen Brassband, aktuell der 3BA Concert Band.

Ihren Titel will sie bei den Meisterschaften im Juni in Bad Kissingen unbedingt verteidigen und ließ mit dem dreisätzigen Pflichtstück "Partita" erkennen, dass die Chancen denkbar gut stehen. Viele kleine Soli machen das Werk sehr ansprechend, das schließlich in ein großes Finale mündet. "From Ancient Times" wird bei dieser Gelegenheit das Wahlstück sein, und schnelle Finger sowie überwältigende Klänge gab es hier tatsächlich zuhauf. Kirchenglocken und Kanonenfeuer glaubte man gleichermaßen zu hören. Der "Festival March" des Heilsarmisten Leslie Condon diente ursprünglich der Verbreitung der christlichen Lehre und war auch als reines Musikstück wunderschön. Der Applaus sorgte gleich für mehrere Zugaben, bevor die Zuhörer mit dem anrührenden musikalischen Gebet "Bleibe bei mir" ("Abide with me") auf den Heimweg geschickt wurden.

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