2012 Geburtenrekord im Diak

Andere Kliniken verzeichnen Rückgänge, das Diak meldet einen Rekord fürs Jahr 2012: Seit fünf Jahren wurden nicht mehr so viele Kinder geboren. Der Trend hält wohl an: 2013 sind es auch schon 35 Neugeborene.

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Lilli, Rosalie, Luis, Matti - so heißen vier der 35 Kinder, die bislang im Diakonie-Krankenhaus geboren wurden. "Wir sind wie ein gallisches Dorf", vergleicht Diak-Pressesprecherin Barbara Ucik-Seybold die Situation der Klinik mit der Heimat von Asterix und Obelix. Im Comic ist deren Heimat eine Ausnahme, weil sie von Römern noch nicht besetzt wurde. Ganz so einzigartig ist das Diak dann doch nicht - es gibt bundesweit auch andere Kliniken mit Zuwächsen. Immerhin: In Deutschland kommen immer weniger Kinder zur Welt, im Haller Diak immer mehr. Im Vorjahr waren es 1115.

Warum ist das so? "Ich denke, die Tendenz ist zu erkennen: Die Frauen legen Wert auf Sicherheit", sagt Professor Dr. Andreas Rempen, Chefarzt der Frauenklinik. Die Geburt sei zwar ein "natürlicher Vorgang". Andererseits sei die Geburt eines Kindes immer noch der "gefährlichste Moment im Leben einer Frau." Und dabei hat das Diak einige Pluspunkte: Die Klinik verfügt über Intensivstationen für die Mutter und einen Neugeborenenmedizin-Bereich fürs Kind.

"Das ist unser Alleinstellungsmerkmal: Innerhalb einer Minute ist ein Kinderarzt im Kreißsaal", erläutert Professor Dr. Andreas Holzinger, Chefarzt der Kinderklinik. Er startete Ende Oktober 2012 in Hall als Nachfolger von Dr. Walter Mihatsch. Er will die Neugeborenen-Medizin stärken und weiterhin Frühchen ab Schwangerschaftswoche 27 betreuen. Der Anteil der Mehrlingsgeburten an der Gesamtzahl der Niederkünfte liegt in Hall übrigens doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt.

Das Diak plant einen kompletten Neubau und muss dazu das Badhaus abreißen. Schon im Sommer 2014 soll dort die Kinderklinik in Betrieb gehen. Die direkte Verbindung von den Kreißsälen zur Neonatologie bleibt bestehen. "Das Gebäude eröffnet Vorteile in jeder Hinsicht", sagt Holzinger. Gleich drei Zimmer für Eltern und Kind können geschaffen werden. Rund 100 der mehr als 1000 Neugeborenen im Diak sind Frühchen. Sie sollen im neuen Gebäude noch besser betreut werden.

Geburten sind eine Einnahmequelle. Wie viel sie einem Krankenhaus einbringen, kann Professor Rempen aus dem Stegreif nicht beantworten. "Ich bin Arzt und kein Ökonom", sagt er. Eine "Schieflage" macht er aber bei der Honorierung von Kaiserschnitten aus. So spülten die oft nur eine halbe Stunde dauernden OPs weit mehr Geld in die Klinikkasse als eine natürliche Geburt, bei der das Personal manchmal die ganze Nacht mit am Bett sitze.

Vor einem Jahr endete die Gesundheitsholding des Diaks mit dem Landkreis. Wurden aus Partnern Konkurrenten? Immerhin will Crailsheim mit seiner Kooperation mit der Filderklinik bei der Geburtshilfe Zeichen setzen. Rempen: "Ich sehe keine Konkurrenz zu Crailsheim." Wenn eine normale Geburt anstehe, gebe es kaum Gründe, lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Bei der Gefahr von Komplikationen sei Hall natürlich eine gute Adresse.

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