1,8 Millionen Euro für Investitionen

Zehn Stunden lang hatte der Finanzsausschuss den Haushaltsplan 2013 intensiv vorberaten. Sein Beschluss und der Erlass der Haushaltssatzung waren danach fast nur noch eine Formalität. Beides erfolgte einstimmig.

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  • Massive Schäden weist die Dreiweiler Straße in Bernhardsweiler auf. Im Haushalt 2013 sind die Sanierungskosten eingeplant. Fotos: Christine Hofmann 1/2
    Massive Schäden weist die Dreiweiler Straße in Bernhardsweiler auf. Im Haushalt 2013 sind die Sanierungskosten eingeplant. Fotos: Christine Hofmann
  • Ein Radweg zwischen Wildenstein und Matzenbach ist der Gemeinde ein so großes Anliegen, dass sie dem Land nun gar eine Kostenbeteiligung angeboten hat. 2/2
    Ein Radweg zwischen Wildenstein und Matzenbach ist der Gemeinde ein so großes Anliegen, dass sie dem Land nun gar eine Kostenbeteiligung angeboten hat.
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Viel Lob bekam Kämmerin Tanja Bullinger für den ersten Haushaltsplan, den sie verantwortlich für die Gemeinde Fichtenau aufgestellt hat. "So übersichtlich und sauber dargestellt hatten wir den Haushalt noch nie. Das kann jetzt wirklich jeder verstehen", sagte Gemeinderat Herbert Kaspar in der Gemeinderatssitzung. Mal abgesehen von den farbigen Kreis- und Balkendiagrammen, auf denen die Einnahmen und Ausgaben und die finanzielle Entwicklung der Gemeinde für die Ratsmitglieder und die zahlreich erschienenen Zuhörer gut ablesbar waren, gab es auch inhaltlich viel Positives zu berichten. "Im Vermögenshaushalt wollen wir in diesem Jahr 1,8 Millionen investieren, und der Verwaltungshaushalt macht noch einmal einen deutlichen Sprung nach oben von 8,6 Millionen Euro über die Zehn-Millionen-Grenze", erklärte Bürgermeister Martin Piott. Mit diesen Summen solle 2013 der Spagat gelingen, Neues zu schaffen und Bestehendes so nachhaltig zu sanieren, dass nachfolgende Generationen etwas davon hätten, sagte Piott.

So fließen heuer mehr als drei Viertel der Ausgaben in Baumaßnahmen: Allein 325.000 Euro stehen für die Sanierung der Dreiweiler Straße in Bernhardsweiler und des Hahnerbergwegs in Matzenbach bereit. Das Thema Abwasser bleibt weiterhin aktuell - 50.000 Euro sind für den ersten Abschnitt eines digitalen Kanalnetzkatasters veranschlagt. Ebenfalls 50.000 Euro bietet die Gemeinde dem Land Baden-Württemberg als Kostenbeteiligung für den Bau eines Radwegs zwischen Wildenstein und Matzenbach an. Ob dieses ungewöhnliche Angebot angenommen und zum kurzfristigen Ausbau führen wird, ist zurzeit noch nicht absehbar. Die gleiche Summe investiert die Gemeinde in den Lückenschluss des Radwegenetzes zwischen Unterdeufstetten und Matzenbach.

Als wichtige und notwendige Investition in die Infrastruktur bezeichnet der Bürgermeister den flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung: "Die konzeptionelle Aufarbeitung haben wir 2012 bewerkstelligt. Mit weiteren 400.000 Euro sind wir gut dabei, den prognostizierten Eigenanteil der Gemeinde bereits 2013 fast vollständig finanziert zu haben." Darüber hinaus sollen der Bauhof ein neues Fahrzeug sowie neue Rolltore bekommen, der Vorplatz der Leichenhalle Unterdeufstetten umgestaltet und die Beleuchtung im Rathaus ausgetauscht werden.

Die wichtigsten Aufgaben im Verwaltungshaushalt gliedern sich in die Bereiche Infrastruktur (2,2 Millionen Euro), Schulen (824.000 Euro), Kinder, Jugendliche und Senioren (770.000 Euro), Sport (357.000 Euro), Sicherheit und Ordnung (269.000 Euro) und Bildung (31.000 Euro). Die um 10,9 Prozent gestiegenen Personalkosten resultieren vor allem aus der Eröffnung der zweiten Gruppe für Kleinkinder im Kindergarten Wildenstein.

"Wir haben große Zukunftsaufgaben, die uns viel Geld kosten", resümierte Martin Piott. Dennoch sei der eingeschlagene Weg, keine Schulden aufzubauen und trotzdem die Infrastruktur zu erhalten, richtig. Zwar liegt die Gemeinde Fichtenau mit einer Verschuldung von 831 Euro pro Einwohner immer noch über dem Landesschnitt, doch konnte der Schuldenberg, der zum Jahresende bei 3,75 Millionen Euro liegen wird, in den letzten acht Jahren um 3,2 Millionen Euro reduziert werden.

Der Fichtenauer Haushalt in Zahlen

Das Haushaltsvolumen beträgt 12,8 Millionen Euro. Die Höhe erklärt sich durch die Bruttobuchungsmethode, bei der Abschreibungen bei Einnahmen und Ausgaben gleichermaßen berücksichtigt werden. Dies dient der Vorbereitung auf die von der Landesregierung geforderte Umstellung des Haushaltssystems (Doppik-Umstellung). Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 10,4 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt von 1,4 Millionen Euro. Die Tilgungsrate beträgt 260.000 Euro, die geplante Kreditaufnahme liegt mit 250.000 Euro knapp darunter. Es ist eine Rücklagenentnahme von 525.528 Euro geplant.

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