100 Landschaftsgärtner schaffen lebendigen Dorfraum

Eine Woche lang hatten sich die Bewohner des Tempelhofs verdreifacht: 100 Landschaftsgärtner lebten und arbeiteten mit der Dorfgemeinschaft. Nach der Abreise hinterließen sie viele neugestaltete Ecken.

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  • Hundert Landschaftsgärtner haben in der vergangenen Woche auf dem Tempelhofgelände viel bewegt. 1/4
    Hundert Landschaftsgärtner haben in der vergangenen Woche auf dem Tempelhofgelände viel bewegt. Foto: 
  • Alle machen mit: Bei der Gemeinschaftsaktion der BASEG half jeder, wo er konnte. Jugendliche helfen, den Schulhof anzulegen. 2/4
    Alle machen mit: Bei der Gemeinschaftsaktion der BASEG half jeder, wo er konnte. Jugendliche helfen, den Schulhof anzulegen. Foto: 
  • Viele Hände und viele bunte Steinchen verwandeln eine triste Garagenrückwand in ein Kunstwerk. 3/4
    Viele Hände und viele bunte Steinchen verwandeln eine triste Garagenrückwand in ein Kunstwerk. Foto: 
  • Kreatives aus Holz: Die Schaukel bekommt noch einen Baldachin und wird später in den Kastanienbäumen aufgehängt. 4/4
    Kreatives aus Holz: Die Schaukel bekommt noch einen Baldachin und wird später in den Kastanienbäumen aufgehängt. Foto: 
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Bagger bewegen Erdmassen, Kipplaster bringen Schotterladungen an, Schubkarren voller Pflastersteine werden von rechts nach links gefahren. Und dazwischen wimmelt es von gut gelaunten Menschen in Arbeitskleidung. Sie schaufeln, pflastern, pflanzen - und sie vollbringen kleine gestalterische Wunder. Die rund 100 Garten- und Landschaftsbauern sind für eine Woche aus allen Teilen Deutschlands angereist, um ehrenamtlich die Außenanlagen des Tempelhofs auf Vordermann zu bringen. Im Gepäck haben sie ihre Familien, fachliches Know-how und jede Menge Kreativität.

In der Holzwerkstatt sind ergonomisch geformte Sonnenliegen für den Schlossplatz und eine schaukelnde Sitzgelegenheit entstanden, die in den Kastanienbäumen zwischen Schloss und Schule aufgehängt wird. Der Essensraum hat einen schön gestalteten Vorplatz mit Sitzecken aus Natursteinen bekommen. Am Eingang des Tempelhofs ist versiegelte Fläche geöffnet worden. Hier sind Pflanzbeete mit schattigen Plätzen zum Verweilen entstanden. Vor dem Schloss, wo später einmal ein Café entstehen soll, schwingt sich nun ein gepflasterter Gehweg im Halbkreis bis zum Eingangstor vor, das nun von zwei großen Kastanienbäumen markiert wird.

Viel getan hat sich im künftigen Schulhof in den fünf Arbeitstagen, in denen alle nur für Kost und Logis und die Gemeinschaft angepackt haben. Es gibt nun eine Sitzecke im Pausenhof, einen Hügel mit Rutsche im neu angelegten Sandkasten und einen Tunnel aus Weiden. Ein Lehmbackofen wurde gebaut, und die Rückansicht der benachbarten Garagen ziert ein farbenfrohes Mosaik.

Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein

"Im Schulgarten haben viele Kinder und Jugendliche mitgeholfen. Das ist etwas Besonderes an diesem Projekt: Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein", erklärt Agnes Schuster, Aufsichtsrätin der Schloss Tempelhof Genossenschaft. Das ehrenamtliche Sommerprojekt der BASEG, der Bundesarbeitsgemeinschaft selbstverwalteter Gartenbaubetriebe, blickt mittlerweile auf eine lange Tradition zurück. Seit 1986 gibt es den Zusammenschluss von selbstständigen Garten- und Landschaftsbauern. Seither gibt es die gemeinsamen Sommerprojekte. "Das ist wie ein großes Familientreffen", berichtet BASEG-Mitglied Jörina Deimling. "Wir sehen diese Woche nicht als reine Arbeitswoche. Da gibt es auch viel Platz für Kontaktpflege und schöne Aktionen wie ein Fußballspiel, gemeinsames Singen oder einen Besuch in der Schwitzhütte."

Fast zwei Jahre hat die Planungsphase für die große Aktion gedauert. Die Tempelhofer haben zuvor überlegt, welche Bereiche sie gern umgestalten würden. Schließlich übernahm eine Planungsgruppe der BASEG die Detailplanung. Vieles hat sich jedoch erst im Laufe des Schaffensprozesses entwickelt. "Wenn viele Menschen mit unterschiedlichem Wissen zusammenkommen, gibt es einen großen Ideenpool. Wir arbeiten dann mit den Möglichkeiten und dem vorhandenen Material vor Ort kreativ zusammen", erklärt Rainer Lutter von der BASEG. Ein Großteil des Materials wurde von Firmen und Privatleuten der Region gespendet.

Einen Riesenschritt vorangekommen

Für die Bewohner des Tempelhofs ist es ein großes Geschenk, dass das BASEG-Sommerprojekt diesmal in Kreßberg durchgeführt wurde. Seit Einzug der Genossenschaft und des gemeinnützigen Vereins vor zwei Jahren wurde viel saniert, renoviert und neu gestaltet. "Durch das Projekt sind wir jetzt mit den Außenanlagen einen Riesenschritt vorangekommen. Das Ziel der Aktion, ein Stück Schönheit an den Tempelhof zu bringen, wurde auf jeden Fall erreicht", sagt Agnes Schuster.

Info Zum Tempelhof lesen Sie in Kürze einen Beitrag in der Serie "Landlust - Landfrust" im überregionalen Teil dieser Zeitung.

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