100 Jahre Erster Weltkrieg (10): August Ströbel stirbt als Flieger an der Westfront

Seine Zeitgenossen nannten ihn den "hohenlohischen Adler": August Ströbel, Sohn eines Gastwirtes aus Kleinbrettheim, zählte zu den Flugpionieren in Deutschland. Er wurde nur 24 Jahre alt.

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  • Mit Postkarten warb August Ströbel (hier vor seinem Eindecker "Bussard", im Hintergrund ist die Ulrichskirche zu sehen) für seine spektakuläre Flugschau am 1. Juni 1914 in Blaufelden, die mit einem Unfall endete. Fotos: Archiv Otto Ströbel 1/2
    Mit Postkarten warb August Ströbel (hier vor seinem Eindecker "Bussard", im Hintergrund ist die Ulrichskirche zu sehen) für seine spektakuläre Flugschau am 1. Juni 1914 in Blaufelden, die mit einem Unfall endete. Fotos: Archiv Otto Ströbel
  • August Ströbel stammte aus Kleinbrettheim bei Rot am See. 2/2
    August Ströbel stammte aus Kleinbrettheim bei Rot am See.
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Das technische Rüstzeug für seine späteren Höhenflüge holte sich der 1891 in Kleinbrettheim bei Rot am See geborene August Ströbel bei einer Schlosserlehre in Gerabronn.

Auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart machte er erstmals Bekanntschaft mit Flugzeugen - und der von diesen abenteuerlichen "Kisten" begeisterte junge Hohenloher bewarb sich schnurstracks (und erfolgreich) bei einer Flugzeugwerft in Berlin-Johannistal. Dort absolvierte August Ströbel im April 1914 auch die Pilotenprüfung und erhielt die Lizenz mit der Nummer 741.

In seiner Heimat plante der frischgebackene Flieger nur einen Monat später einen großen, sensationellen Auftritt: Beim Pfingstmarkt in Blaufelden wollte er seine spektakulären Flugkünste vorführen - gegen Eintrittsgeld und mit einer Garantiesumme der Gemeinde in Höhe von stolzen 2000 Reichsmark ausgestattet.

Alles, was Beine hatte, strömte am 1. Juni 1914 gen Blaufelden. Als ambulanten Flugplatz hatte sich August Ströbel eine Wiese auserkoren, auf der heute die Markthallen stehen. Ohne Probleme hob der Eindecker "Bussard" ab, drehte ein paar Runden und setzte wieder zur Landung an.

Was dann mit August Ströbel ("Ein junger Mann mit energischen Gesichtszügen und feinen Manieren") und seiner Maschine geschah, beschreibt der HT-Vorgänger "Vaterlandsfreund" so: "Das Flugzeug senkt sich, es stürmt daher, majestätisch mit ausgebreiteten Flügeln, es findet aber keinen Platz zum Austoben der gewaltigen lebendigen Kraft, die von der 100-pferdigen Maschine zurückgeblieben, nur circa 50 Meter freie Bahn statt einige hundert. Ein Krach, und die Barriere ist zertrümmert, ein hundertstimmiger Aufschrei, ein furchtbares Knirschen, Schleifen und Krachen, das Flugzeug ist auf einen Gartenzaun und einen großen Birnbaum aufgefahren. Zwischen den dicksten Ästen hängt der Wundervogel, mit gebrochenen Schwingen, vor einer Viertelstunde fuhr er auf wie ein Adler, nun liegt er zerschmettert am Boden." Der Pilot kam mit ein paar Schrammen davon.

Der "Vaterlandsfreund" startete nach dem Unglück eine Spendenaktion für die Reparatur der Maschine des "kühnen Landsmannes". Zwei Monate später brach der Erste Weltkrieg aus. August Ströbel kam als Unteroffizier zur Feldflieger-Abteilung 26 an die französische Westfront.

Der Hohenloher saß am Steuerknüppel eines Albatros-Doppelsitzers, als er am 19. Juli 1915 zusammen mit dem Leutnant Werner Johannes zu einem Aufklärungsflug über die Frontlinie westlich von Reims hinweg startete. Es sollte der letzte Flug des "hohenlohischen Adlers" sein: Der französische Pilot Georges Guynemer schoss das deutsche Flugzeug ab, beide Insassen starben. Seine letzte Ruhe fand August Ströbel auf dem Soldatenfriedhof von Laon.

Die HT-Serie geht weiter

Das HOHENLOHER TAGBLATT rückt in einer wöchentlich erscheinenden Serie den Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen insbesondere auf Hohenlohe in den Blickpunkt. Alle Teile gibt es gesammelt im Internet unter der Adresse www.swp.de/erster-weltkrieg.

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