Windpark wirbelt Staub auf

Blaufelden.  Hinter den Kulissen tobt offenbar ein heftiger Streit um den geplanten "Windpark Wittenweiler": Die Kontrahenten drohen sich gegenseitig mit einem Gang vor Gericht, um strittige Fragen zu klären.

Jahrelang stand Mike Rico Trentzsch (39) aus dem westfälischen Lippstadt als Projektleiter in den Diensten von Michael Behlau, der früher von Paderborn aus auch in Hohenlohe seine Geschäfte mit dem Wind machte - zum Beispiel mit den Rotoren bei Ruppertshofen, Lindlein und Kirchberg.

Mike Rico Trentzsch machte sich schließlich selbstständig - und kaufte im Dezember 2009 von seinem früheren Chef Behlau die Projektrechte an dem "Windpark Wittenweiler": Sieben Windmühlen zum Kostenpunkt von rund 23 Millionen Euro sollen auf dem rund 56 Hektar großen Areal jährlich 33 Millionen Kilowattstunden Strom liefern.

Bis heute aber drehen auf dem Gelände höchstens Mäusebussarde und keine Rotoren ihre Runden in luftiger Höhe: Der "Windpark" kam bisher über den Bau von Fundamenten und Wegen nicht hinaus.

Mike Rico Trentzsch machte für die monatelange Baupause auch "Planungslücken" verantwortlich, die ihm bei seiner Unterschrift unter den Vertrag nicht bekannt gewesen seien (HT vom 31. März: "Im Windpark herrscht Flaute"). Dieser Darstellung widersprach jetzt Michael Behlau vehement: "Da stehe ich ja wie ein Betrüger da." Grundsätzlich, so der Unternehmer mit Wohnsitz in der Schweiz, sei es beim Verkauf von Projektrechten immer so, dass noch Restplanungen vorzunehmen seien.

Michael Behlau ("Ich prüfe auch juristische Schritte") führte zur Bekräftigung einen Passus aus dem Verkaufsvertrag an, wo es heißt: "Der Käuferin sind Rechts- und Planungslücken bekannt".

Mike Rico Trentzsch dagegen bleibt bei seiner Darstellung: "Im Kaufvertrag aufgeführte Verträge existieren schlicht nicht." Gelassen sieht er einen weiteren Streitpunkt: Michael Behlau hat mittlerweile auch seinen Rücktritt vom Projekt-Kaufvertrag erklärt, was er erst einmal als "Schuss vor den Bug" verstanden wissen will. Nach Ansicht von Mike Rico Trentzsch sei ein solcher Rücktritt aber gar nicht möglich: "Wir werden das von einem Gericht überprüfen lassen."

Die Realisierung des "Windparks Wittenweiler" jedenfalls sei durch diese Auseinandersetzungen "nicht gefährdet", so Trentzsch.


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Autor: HARALD ZIGAN | 23.04.2011

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