Offen für alle Generationen
Gröningen. Der Chorverband "Hohenloher Gau von 1864" hat bei seiner Gauversammlung in Gröningen Station gemacht. Erfreulich viele Vereine bekundeten durch ihre Teilnahme ihr Interesse am Chorgesang.
Der Heimat verbunden, der Tradition verpflichtet, den Problemen der Gegenwart aufgeschlossen, die Herausforderungen der Zukunft meistern - die vielfältigen Aufgaben für den "Hohenloher Gau", einem Zusammenschluss der Gesangvereine der Altkreise Crailsheim und Bad Mergentheim, spiegelten sich im Verlauf der Gauversammlung wider. Ein vielstimmiges Bekenntnis zu ihrer Heimat legten die Sängerinnen und Sänger zu Beginn mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Hohenlohe" von Karl Albrecht ab. Es folgte der traditionelle Einzug des Gaubanners unter den Klängen des Bundesliedes "Brüder reicht die Hand zum Bunde", nach den Worten des Gauvorsitzenden Gerhard Hauf ein Ausdruck der Verbundenheit der Sängerinnen und Sänger sowie ein Indiz für die intakte Gemeinschaft der Chöre.
Die aktuelle Entwicklung, das führte der Präsident des Schwäbischen Chorverbandes, Dr. Eckhard Seifert, aus, erfordere den schwierigen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die demografische Welle habe auch die Gesangvereine erfasst, mit der Folge eines mitunter drastischen Mitgliederschwundes. Der oberste Vereinsvertreter sieht in der Jugendarbeit Hoffnungskeime, die sich in vielen Kooperationen mit anderen Vereinen und mit Schulen zeigten. "Wir müssen die Jugendlichen abholen und sie mit kreativen Ideen für uns gewinnen", meinte Seifert. Den Hohenloher Chören attestierte er eine vorbildliche Lebendigkeit. Im ländlichen Raum funktioniere die ehrenamtliche Tätigkeit noch.
Der Gauvorsitzende Gerhard Hauf appellierte in seinem Tätigkeitsbericht an die Vereine zur Mithilfe bei einer guten Öffentlichkeitsarbeit und einer überzeugenden Präsentation, um den Zuspruch zum Chorgesang zu erhöhen, wie es im vergangenen Jubiläumsjahr erfreulich gut gelungen sei. Verstärkt stehe die Zukunftssicherung der Vereine auf der Tagesordnung. Die Chöre sollten allen Generationen offen stehen, wobei neben einer guten Jugendarbeit auch die Leistungen der älteren Vereinsmitglieder gewürdigt werden müssten. Gesangvereine sollten das Ziel haben, vom Gemeinwesen gebraucht zu werden. "Chorgesang hat viele Klangfarben, die den Menschen ganzheitlich erfassen können", sagte Hauf.
Ein Füllhorn an konkreten Ideen zur Bereicherung der Vereinsarbeit schütteten der Gauchormeister Erhard Rommel und die Gaufrauenreferentin Birgit Bauer-Rathgeb bei ihren Berichten über die Zuhörer aus. Es waren Vorschläge zu Sängerwettstreiten, zur Fort- und Weiterbildung, zu Projekten der Nachwuchsarbeit und zu neuen Wegen der leidigen Dirigentenfindung. Flexibel zeigte sich die Frauenvertreterin, sie bietet im nächsten Jahr gar einen "Tag der Männerstimme" an. Um am Puls der Zeit zu bleiben, legte der Gaubeirat Michael Pratz den Vereinen mit vielen praktischen Tipps nahe, sich zeitgemäß auch via Internet zu präsentieren. Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung durch Beiträge von Chören des Liederkranzes und der Sportfreunde Gröningen unter der Leitung von Katharina Hayer und Bettina Kartak. Der Chor "Enjoy" machte dabei seinem Namen alle Ehre und begrüßte die Gäste mit erfrischenden Weisen.
In ihren Grußworten betonten Bürgermeister Kurt Wackler für die Gemeinde Satteldorf und der Erste Landesbeamte Michael Knaus für den Landkreis Schwäbisch Hall unisono die Bedeutung der Gesangvereine für das Gemeinwesen. "Ohne diese Kulturbausteine wäre das Leben in den Kommunen um vieles ärmer", meinten sie.
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Autor: MANFRED KUNZ | 22.03.2011
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Gauvorsitzender Gerhard Hauf (am Mikrofon) berichtet der Gauversammlung in Gröningen. Foto: Peer Hahn
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